S-Bahn Hamburg




Moderator: HF110c

S-Bahn Hamburg

Beitragvon Atlanta » Mo 10. Jun 2019, 16:00

Moin Kollegen,

seit 1906 wird in Hamburg mit der S-Bahn gefahren. Es ging zwa damals erst nur zwischen Hasselbrook via Berliner Tor, Hbf, Dammtor, Altona bis nach Othmarschen aber als bald wurde die Bahnstrecke bis nach Blankenese verlängert und in der anderen Richtung bishin nach Barmbeck und nach Ohldorf, wo eine Betriebswekstatt gebaut wurde.
Gefahren wurde damals aber noch mit 6300 V ~ AC Einphasen Wechselstrom mit 50 Hz.

Die erste Generation der Triebwagen sahen aus wie preußische Abteilwagen in Grün mit Endführerständen an beiden Wagen, die eng mit einander gekuppelt waren. Unter dem jeweiligen Führerstand befand sich ein mit je zwi Achsen angetriebenes Drehgestell am anderen Wagenende nur eine Laufachse.

Die zweite Generation der ab 1912 beschafften Wagen waren rot lackiert aber verfügten über ein angetriebenes Jakobsdrehgestell.

Ab 1935 plante man den Bau von Tunnelstrecken und verkleinerte das Profil der S-Bahn Züge indem man zunächst Probeweise eine seitliche Stromschiene anbrachte und eine Vorserie mit wenigen Triebwagen zwischen Ohlsdorf und Othmarschen verkehren ließ.

Die Nennspannung beträgt 1200 V DC Gleichstrom.

Bis 1938 wurden die Strecken von Ohlsdorf nach Poppenbüttel und von Blankenese nach Wedel verlängert aber nur mit seitlicher Stromschiene ausgestattet.

1938 wurde eine größere Anzahl dreiteiliger Triebwagen von der Fa. Linke - Hoffmann - Busch als ET 171 gekauft.
Diese dreiteiligen Triebwagen verfügten über vier angetriebene Drehstelle beider Endwagen mit den Führerständen, der Mittelwagen war antriebslos.
Jeder der beiden Endwagen verfügte über einen Gepäckraum mit hölzernen Sitzbänken an den seiten, hölzerne Sitzbank an der rückwärtigen Wand des Führerstands war hochklapbar für Traglasten. Zwischen Gepäckraum und Fahrgastraum befand sich früher eine Schiebetür. Der Fahrgastraum war mit einer dünnen Holzwand mit nach einerseite öffnenbaren Tür und grenzte den Bereich für Raucher und Nichtraucher von einander ab. Pro Fenster waren jeweils zwei gegenüberstehende Sitzbänke für zwei Personen beidseitig des Mittelgangs vorhanden. Zur Tür hin befand sich eine halbhohe Holzwand mit umlaufenden Griff gegen Zugluft. Das kleinere Raucherabteil lag zwischen Gepäckraum und Nichtraucherabteil.

Vom Gepäckraum aus betrachtet befanden sich links und rechts zwei Sitzgruppen zu je vier Personen gefolgt von einer Doppeltür dann eine Sitzgruppe zu beiden Seiten dann die Zwischenwand zum Nichtraucher gefolgt von einer Sitzgruppe zu beiden Seiten, eine Doppeltür und zu beiden Seiten je zwei Sitzgruppen und wieder eine Doppeltür und links und rechts je eine Sitzbank zu zwei Personen und denen gegenüber, die Abschlußsitzbank am Wagenende für 5 Personen über die gesamte Breite des Wagens.
Im Gepäckraum befand sich der Eingang in die Führerstandskanzel links neben der hochklapbaren Sitzbank und bei manchen Wagen dort nur eine schmale Tür um den Wagen verlassen zu können. Auf der gegenüberliegenden Seite befanden sich zwei schmälere Fenster. Vor der Wand zum Raucherbereich befand sich aber noch eine Doppeltür zum Betreten des Gepäckraums.

Die Bestuhlung der Fahrgasträume war abhängig von der Wagenklasse.
Je Triebzug gab es drei Wagen und drei Klassen.
Ein Endwagen mit Führerstand hatte die 3. Klasse und somit Holzbänke, die Dank ihrer ergonomischen Form auch sehr bequem waren.
Ein Endwagen der 2. Klasse hatte einfache holzbänke mit Einfacher Polsterung und Kunstlederüberzug, bei längerer Fahrt ziemlich unbequem.
Der Mittelwagen hingegen verfügte über sehr weich gepolsterte Plüschsitze und Teppichfußboden. Die dunkle Vertäfelung und die in allen Wagen verwendeten Glühbirnen (125 V DC) mit Bajonettverschluß ließen den 1. Kl. Wagen luxoriös erscheinen.

Nach dem 2. WK wurden einige Wagen aller Triebzugvarianten aufgearbeitet aber auch neue bestellt und in den Jahren 1952, 1954 und 1958 ausgeliefert.

In den 1960er Jahren wurde eine stärkere Version des ET 171 als ET 170 beschafft, dieser hatte in allen Wagen moderne Leuchstoffröhren und wegen der mittlerweile abgeschafften 3. Klasse auch nur Kunstlederbestuhlung in der 2. Klasse, außer in den Gepäckräumen da blieben die Holzbänke erhalten. Die Zwischenwände in den Fahrgasträumen wurden entfernt und für alle Wagen ein Rauchverbot verhängt. Die Triebwagen verfügten am Führerstand über eine Eckverglasung in sanft geschwungenem Bogen zur jeweiligen Seite hin. Ein Novum in der Frontscheibenherstellung.

Vom Antrieb war der ET 170 etwas stärker und sollte 100 Km/h schnell sein.
Da der ET 170 sehr häufig mit dem langsameren ET 171 gekuppelt wurde waren mehr als 80 Km/h nicht drin.

:conduCtor:
Schönen Gruß,
Ingo
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