Mechanisches bzw. Elektromechanisches Stellwerk

Mechanik oder Schalttechnik der Modellbahn:
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Mechanisches bzw. Elektromechanisches Stellwerk

Beitragvon Atlanta » Di 28. Mai 2019, 14:49

Moin Kollegen,

Mich faszinieren mechanische Stellwerke in ihrer Funktion.
Nun habe ich ja nicht den Platz, mir echte Hebelbänke aufbauen zu können, ds ganze muß für die Modellbahn miniturisiert realisierbar bleiben.
Im Grunde genommen ist mein Plan der Aufbau eines teilmechanischen bzw. elektromechanischen Stellwerks.

Zur Realisierung benötige ich aber auch eure Hilfe.

An Hand einer kleinen Betriebsstelle mit nur drei Weichen auf zwei Modulen und einigen Signalen möchte ich gerne ein mechanisches Stellwerk mit aufbauen.
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Mechanisches bzw. Elektromechanisches Stellwerk

Beitragvon urmel64 » Mi 29. Mai 2019, 07:44

Moin Ingo,

hast du hier

schon mal nachgesehen?
Bei den Bauteilen sind bestimmt auch Erläuterungen für den Einsatz dabei
entgleisungsfreie Grüße
Hans-Jürgen alias urmel64
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Re: Mechanisches bzw. Elektromechanisches Stellwerk

Beitragvon Atlanta » Do 30. Mai 2019, 00:44

Moin Kollegen,

um diesen Plan geht es...
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2 x Module zu je 900 mm x 450 mm

Der Hausbahnsteig liegt an Gleis 1 mit davon abzweigendem Gleis zu einer Ladestraße mit Prellbock. Gleis 2 mit Viehgatter ist das durchgehende Hauptgleis. Im Fall von Viehverladungen ist dann Gleis 1 für den Durchgangsverkehr als Umfahrung möglich.

Signale + Weichen:
3 Weichen = 1 x Linksweiche, 1 x Außenbogenweiche, 1 x Rechtsweiche
4 x einflügelige Signale, 4 x zweiflügelige ungekoppelte Signale, 2 x Vorsignale.
In das Gleis 1a besteht keine direkte Ein- oder Ausfahrfahrmöglichkeit.

Alle Signale haben HpRu Stellung als Zusatzbegriff.
Bis zur Epoche IIa im Jahr 1928 mit der Einführung der Sperrsignale, wurde der Begriff HpRu verwendet:
Der Bahnverkehr ruht, jegliche Zugbewegung ist untersagt.
Strecke ab hier für einfahrenden Verkehr gesperrt, ausfahrender Verkehr erlaubt.

Interessanter wäre zwar die Signalisierung vor 1910, ich akzeptiere aber auch die Änderungen nach 1910.

Ausgehend davon, für jede Flügelstellung einen Signalhebel zu benötigen:
Je einflügeliges Signal 2 Stellhebel.
Je zweiflügeliges Signal 3 Stellhebel.
Je Weiche 1 Stellhebel.
Gesamt: 23 Stellhebel zzgl. Fahrstraßen Festlegung 2 Verschlußhebel.
Zusamnen = 25 Stellhebel, falls ich mich nicht verrechnet habe?
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Mechanisches bzw. Elektromechanisches Stellwerk

Beitragvon usstation » Do 30. Mai 2019, 19:58

Hallo Ingo, sollen die Hebel mit Funktion sein? Oder einfach nur Atrappe?
Herzliche Grüße

Norbert (usstation)

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Re: Mechanisches bzw. Elektromechanisches Stellwerk

Beitragvon Atlanta » Do 30. Mai 2019, 22:49

Moin Norbert,

mit den Stellhebeln soll, wie in einem mechanischen Stellwerk mit Hebelbänken der reale Betrieb simuliert werden.

Die Frage ist aber eher, wieviele Fahrstraßen benötigt werden oder ggfs. auch zwei Stellwerke?
Ein Befehls- oder auch ein Wärterstellwerk oder wiederum beide vereinigt in einem Stellwerk?
Also für die Einfahrt und für die Ausfahrt könnten auch zwei Stellwerke zuständig sein?

Das Befehlsstellwerk könnte ja im Stellwerksraum des Stationsgebäudes untergebracht sein, das Wärterstellwerk irgendwo außerhalb?
Von der Stationsgröße her ließe sich das wohl auch mit einem Stellwerk realisieren?
25 oder 27 Stellhebel wären einzuplanen bzw. zu vergeben.
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Mechanisches bzw. Elektromechanisches Stellwerk

Beitragvon oligluck » So 2. Jun 2019, 16:23

Moin Ingo,
ja, ich weiß, dass du in HpRu verliebt bist :mx7:

Mit meinem gefährlichen Halbwissen benötigst du zwei zweiflügelige Esig sowie vier Asig, je zwei, die Hp0/Hp1 anzeigen und zwei, die Hp0/Hp2 anzeigen.
Letztere dann noch zusätzlich mit HpRu.
Ob dein Gleis 1a als untergeordneter Anschließer über ein Signal oder gar nur über eine Haltetafel abgesichert werden muss, übersteigt meine Kenntnisse...

Ob es ein oder zwei Stellwerke sein müssen, hängt von der Größe des Bahnhofes ab, den du darstellen möchtest (unabhängig von der Modellgröße): das funktioniert nur auf Sicht.
Wenn also der Bahnhof so lang ist, dass beide Weichenvorfelder nicht von einem Stellwerk eingesehen werden können, sind zwei notwendig, die telefonisch kommunizieren.
In diesem Fall hast du wohl die schöpferische Freiheit, dich für die eine oder andere Variante zu entscheiden.

Die schicken Stellhebel von H0fine hat dir ja schon Hans-Jürgen verlinkt. Sie lassen sich auch im 3D-Druck selber herstellen, vermutlich auch hinreichend stabil.
Dort Seilzüge (dauerhaft) zuverlässig anzubringen, halte ich für recht ambitioniert, unterschätze das nicht!



Hierzu zwei Beispielfotos von meinem Lieblingsstellwerk Calw Süd.
Viele Gleise gibt es dort gar nicht mal, aber die Hebelbank (oben) und die Mechanik (im EG) ist schon imposant...

Bild

Bild


Viele Grüße,
Oliver


Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.
(Schopenhauer)
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Re: Mechanisches bzw. Elektromechanisches Stellwerk

Beitragvon Atlanta » Mo 3. Jun 2019, 01:06

Moin Oliver und Kollegen,

Ich habe mittlerweile gelernt, daß mein Plan über einen Schönheitsfehler verfügt und ich ein paar Weichen zu wenigeingeplant habe, es fehlen nämlich die Schutzweichen.
Also zwei Weichen mehr.
Der Anschließer könnte dann auch vom Hauptgleis wegführen un muß nicht zwangsläufig von der Ausweichtasche abgehen.

Bei der Blockstelle auf der eingleisigen Bahnstrecke handelt es sich offiziell um einen Bahnhof ohne Bahnsteig.
Der zu kreuzende oder zu überhohlende Zug, wird in das Ausweichgleis geleitet. Nachdem er am Signal am Stellwerk angehalten hat.

Bild

Es wäre noch nicht einmal das zweiflügelige Signal notwendig.
Ein Eisenbahner mit einer Flagge könnte den Einfahrbefehl erteilen oder auch den Abfahrauftrag erteilen.
Ob im Stumpfgleis unbedingt ein weiteres zweiflügeliges Signal stehen muß ist noch nicht eindeutig geklärt, das bekomme ich aber auch noch heraus.

Bezüglich der Weichenstellhebel, ich plane ja nicht diese mit Seilen auszustatten, wenn sie einen zweipoligen Kippschalter 2 x UM ansteuern langt mir das schon, so können Herzstücke polarisiert und Stellmotoren in die andere Endlage gebracht werden. Bei Signalhebeln werden Schalter angesteuert, die die Signalfügel umstellen.
Verschlußhebel sichern die gestellten hebel und legen die Fahrstraße fest.
Erst nach erfolgter Zugfahrt können die Fahrstraße aufgelöst und die Stellhebel in ihre Ausganlagen verbracht werden.

Die Bayerischen Flügelsignale von Weinert müssen zwar noch etwas modifiziert werden aber aber bleiben in ihrer Funktion erhalten.

Eine andere Art von Stellhebeln läßt sich recht preiswert anfertigen, dazu werden einfach kleine Messinröhrchen auf die Stellhebel der Umschalter geschoben und festgelötet, durch kleine Löcher im Schaft können Bowdenzüge angebracht werden, so lassen sich Weichen und Signale auch rein mechanisch beschalten.
Aber eine elektrische oder mechanische Verriegelung ist somit nicht gegeben.

Ein Verschlußregister, wie beim Original wäre wünschenswert.
Für die Freiblockung kann man Duo-LEDs verwenden.

Ziel ist es mir persönlich eine kleine Bahnstrecke aufzubauen, auf der von Betriebstelle zu Betriebsstelle vorbildlicher Verkehr stattfinden kann.

Mit den Esig - Einfahrsignalen und Asig - Ausfahrsignalen kann man zeitlich etwas variieren und somit alle damaligen Aspekte zeigen.

Ich möchte zu Anfang die Betriebsstellen so einfach wie möglich halten un die ganze Sache nicht zu kompliziert werden zu lassen.
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Mechanisches bzw. Elektromechanisches Stellwerk

Beitragvon Schachtelbahner » Mo 3. Jun 2019, 12:51

Atlanta hat geschrieben:
Bezüglich der Weichenstellhebel, ich plane ja nicht diese mit Seilen auszustatten, wenn sie einen zweipoligen Kippschalter 2 x UM ansteuern langt mir das schon, so können Herzstücke polarisiert und Stellmotoren in die andere Endlage gebracht werden. Bei Signalhebeln werden Schalter angesteuert, die die Signalfügel umstellen.
Verschlußhebel sichern die gestellten hebel und legen die Fahrstraße fest.
Erst nach erfolgter Zugfahrt können die Fahrstraße aufgelöst und die Stellhebel in ihre Ausganlagen verbracht werden.


Ich möchte zu Anfang die Betriebsstellen so einfach wie möglich halten un die ganze Sache nicht zu kompliziert werden zu lassen.


Einfach mal sich auf der Seite von H0Fine über die Stellhebel kundig machen und die ganze Aufgabenstellung erfordert immer einen komplizierten Selbstbau.

LG
Kurt
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Re: Mechanisches bzw. Elektromechanisches Stellwerk

Beitragvon Atlanta » Mo 22. Jun 2020, 09:15

Moin Kurt und Kollegen,

bei H0 Fine oder auch von Rolf Steinhagen qerden mechanische Hebelbänke und Stellhebelmodelle angeboten, die mit Kippschaltern dann auf elektrischem Wege, Stellantriebe ansteuern.

Natürlich lassen sich diese Seilzughebel auch mit Seilzügen bespannen, welche dann auch funktionieren, bis auf gekuppelte Hebel läßt sich alles nachempfinden.

Bei gekuppelten Hebeln wirkt die Handfalle auf die Seilrolle ein und bewegt diese aber auch die Seilrolle des gekuppelten Hebels.
Dieses geht im Normalfall bei beiden Signalhebeln so, um nur mit einem Hebel wahlweise den obersten Flügel oder mit dem zweiten Hebel beide Signalflügel eines zweiflügeligen Signals zu betätigen.
Dreiflügelige Signale lassen sich so dann nicht ansteuern.

Mit der nachfolgenden Balnciermechnanik ist dieses aber möglich.

Bild
Balanciermechanik nach Harald Müller, Österreich

Wie ist diese Mechanik zu verstehen?

Wir haben zwei Bowdenzüge A¹ und A² diese werden mit den Stellhebeln A¹ und A² verbunden.

Die Bowdenzüge sind an beiden Balanciers befestigt.
Der kürzere Balancier liegt an den runden Anschlägen lose an und wird von der Rückholfeder in Position gehalten.
Der längere Balancier ist einseitig, schwenkbar gelagert mit der Bodenplatte verschraubt.
Durch die Rückholfeder führt ein anderer Bowdenzug, mittig befestigt, vom kürzeren Balancier zum oberen Signalflügel bezeichnet mit 1 und vom längeren Balancier führt ebenfalls von der Mitte ein Bowdenzug zum zweiten Signalflügel.

Wenn jetzt der Signalhebel A¹ betätigt wird stellt sich nur der oberste Signalhebel in Diagonalstellung. Balancier 1 wird alleine gestellt.

Wenn jetzt Signalhebel A² betätigt wird, stellen sich beide Signalfügel in die diagonale Stellung. Beide Balanciers werden angezogen und zusammen gestellt.

Aber auch dreiflügelige Signale können gestellt werden, dazu ist es aber notwendig die Balanciermechanik um einen dritten Balancier zu erweitern, der aber oben im Plan, dann einen Bowdenzug für einen Kuppelhebel hätte.
Damit legt man dann den dritten Balancier im Bedarfsfall fest und beim Stellen des Signalhebels A² in unserem Beispiel, stellt sich dann auch der 3. Flügel des Signals.
Auf der Hebalbank hätten wir dann 3 Hebel für ein dreiflügeliges Signal:
Kuppelhebel A⁰ und die Hebel A¹ und A⅔.
Schönen Gruß,
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