Gleisdreieck im DCC Betrieb

Mechanik oder Schalttechnik der Modellbahn:
Weichen- u. Signaltechnik, Kehrschleifenmodule, Besetztmelder usw.

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Gleisdreieck im DCC Betrieb

Beitragvon Atlanta » Di 4. Aug 2015, 11:22

Moin Kollegen,

im analogen Fahrbetrieb, stellt ein Gleisdreieck mit Weichenherzstückpolarisation, keine besonders große Hürde da, im DCC Betrieb schaltungstechnisch leider schon.

Es gibt m.E. zwei unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten von Gleisdreiecken:

1.) Wendemöglichkeit von Triebfahrzeugen oder ganzen Zügen.
2.) Befahren aller drei Schenkel zur Anbindung an eine Bahnstrecke in beide Richtungen.

In meinem Fall geht es um Möglichkeit 2, da es regelmäßige Zugfahrten geben wird, die es erforderlich machen nicht nur das Hauptgleis (gerader Schenkel), sondern auch die beiden Abzweige (gebogene Schenkel) in jeweils beiden Fahrtrichtungen, regelmäßig durchfahren zu müssen. Zusätzlich dazu steht unter Umständen auch das Wenden von Triebfahrzeugen an (Möglichkeit 1).

Bild

Hauptfahrtrichtungen:
1.) Von Otavi nach Grootfontein über ASIS Ort.
2.) Von Grootfontein nach Otavi über ASIS Ort.
3.) Von Tsuneb aus Richtung Otavi direkt in die ASIS Mine.
4.) Von der ASIS Mine direkt nach Tsuneb in Richtung Otavi.
5.) Von Grootfontein direkt in die ASIS Mine über ASIS Ort.
6.) Von der ASIS Mine direkt nach Grootfontein über ASIS Ort.

Ein Anhalten innerhalb des Gleisdreiecks ist nicht vorgesehen, um einen flüssigen Betriebsablauf zu generieren.

Mit ist natürlich bewußt, daß ein Kehrschleifenmodul verbaut werden muß, eingesetzt werden Weichen, mit leitendem Herzstück, welches jeweils nach Stellung der Weiche auch umgepolt werden muß.

Meine Fragen an die Experten:
1.) Hat jemand bereits Erfahrungen mit solchen Gleisdreiecken?
2.) Welches Kehrschleifenmodul ist empfehlenswert?
3.) Wie muß die Beschaltung ausgeführt werden?
4.) Wo müssen überall Isolierstellen eingeplant werden?

Diese Art des Gleisdreiecks, wird nicht das letzte sein, welches bei unserem Süd-West Afrikanischen Thema gebaut werden muß, die Nebenstrecke der Grootfonteinbahn ist an die Hauptstrecke der Otavibahn ebenfalls mit einem solchen Gleisdreieck angeschlossen, welches in allen unterschiedlichen Richtungen etwa gleich stark befahren wird.

:ivnb: :kaiserwilhelm:
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Gleisdreieck im DCC Betrieb

Beitragvon 99 608 » Di 4. Aug 2015, 11:33

Moin Ingo,
Burghard müsste das wissen. Er hat ein Gleisdreieck in Wegezin-Dennin.
Frag ihn am besten mal.

Gruß
MORITZ
(aus der Biberklause in Neichen)

Wo die Ähren der Felder wiegen leise im Wind
das dampfende Bähnlein durchs Tal eilt geschwind.
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Re: Gleisdreieck im DCC Betrieb

Beitragvon tokaalex » Di 4. Aug 2015, 12:02

Einer der Schenkel muss beidseitig jeweils nach den Weichen getrennt und mit einem KS-Modul versehen werden... feddisch. :mx7:

Empfehlenswert ist ein KS-Modul mit Sensorgleisen, da gibt es aber zig Varianten auf dem Markt, z.B. von LDT usw.

P.S. Das Wichtigste dabei ist, dass dieser getrennte Abschnitt stets länger als der längste Zug ist, dann funzt das alles automatisch.
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Re: Gleisdreieck im DCC Betrieb

Beitragvon DeGe » Di 4. Aug 2015, 12:14

Moin Ingo,

guckst Du . LK200 ist kurz vor Ende der Seite und ganz unten LK100.

Lt. Lenz gibt es da nicht viel zu verdrahten.

viele Grüße

Detlev
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Re: Gleisdreieck im DCC Betrieb

Beitragvon Atlanta » Di 4. Aug 2015, 18:49

Moin Detlev und Kollegen,

ich habe mir die Bedienungsanleitung zum LK 200 (belastbar bis 5 A) und LK 100 (Unterschied zum LK 200 ist die bis zu 10 A einstellbare Belastbarkeit, voreingestellt auf 2 A) Kehrschleifenmodul von Lenz einmal angeguckt, demnach entspricht der Lösungsvorschlag von Lenz dieser schematischen Zeichnung:

Bild
rot = Kehrschleifenbereich mit davor- und dahinterliegenden beidseitigen elektrischen Isolierung (Trennstellen)

Laut der Lenz'schen Bedienungsanleitung soll der Kehrschleifenbereich mindestens so lang sein, wie der längste Zug, nun kommen da aber die ersten Probleme auf.

Die Gleislängen in den Abzweigeschenkeln entspricht etwa 57 cm im Stammgleisschenkel etwa 75 cm, vorbildliche Zuglängen wären aber ca. 75 cm bis 150 cm ggfs. auch länger.

Es kann aber auch Abholungs- oder Zustellungsfahrten auf dem Minengelände kommen, so daß ein Zug aus Grootfontein über ASIS Ort und dem Minengelände, nach einem Lokumlauf und Lokwendung die Fahrt in Richtung Otavi fortsetzt bzw. in umgekehrter Richtung.

Nun könnte man ja alle drei Schenkel auch als Kehrscheifenbereich definieren:
Bild
rot = Kehrschleifenbereich
Die sich nun stellende Frage, würde auch das funktionieren?

Daniel und Moritz schlugen bereits vor, ich möchte mich an Burghard wenden, was ich hiermit auch mache, vieleicht bin ich etwas "betriebsblind" und habe den Überblick verloren? Bitte hilf mir. Wie hast du das bei deinem Gleisdreieck gemacht Burghard?
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Gleisdreieck im DCC Betrieb

Beitragvon tokaalex » Mi 5. Aug 2015, 06:17

Wenn ich mich recht erinnere, hat Burghard sein GD manuell geschaltet, also die Polarität wird mit dem Umschalten einer Weiche geändert. Allerdings befährt er dieses GD auch nicht wirklich mit Zügen, da der abzweigende Gleisstrang nur als Stumpf-/Abstellgleis genutzt wird und an der Anlagenkante endet.

Ich verstehe überhaupt nicht, wo das Problem liegt? Ein Schenkel, und dabei ist es eigentlich vollkommen egal, welchen Du nimmst, muss auf beiden Seiten gleich hinter den Weichen jeweils beidseitig getrennt und je nach KS-Modul angeschlossen werden. Der Rest geht autopmatisch, so lange der längste Zug in den beidseitig getrennten Umschaltabschnitt hinein passt. Wenn er darüber hinaus reichen sollte, ist eine automatische Umschaltung eines KS-Abschnittes nicht möglich und muss manuell gelöst werden. Im Fall (D)eines GD wird es vermutlich gar nicht möglich sein, bei einem überlangen Zug dann überhaupt die Polarität zu wechseln, weil die jeweiligen Gleisabschnitte nach dem GD ja fest verdrahtet sind und es beim gleichzeitigen Überbrücken der jeweils außen liegenden Trennungen umgehend zum Kurzschluss kommt. Nur wenn der überlange Zug den nicht umzuschaltenden und durchgehend fest verdrahteten Bereich des GD befährt, kannst Du diesen durchfahren.

P.S. Lass bloß die Finger von einem KS-Modul von Lenz, da kaufst Du Dir die Probleme frei Haus! Auch andere KS-Module mit Detektierung eines Mikrokurzschlusses sind nicht empfehlenswert, auch wenn diese wohl nachweislich besser funktionieren als die Dinger von Lenz...
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Re: Gleisdreieck im DCC Betrieb

Beitragvon Atlanta » Mi 5. Aug 2015, 07:37

Moin Alex und Kollegen,

ich stellte heute Nacht mal eine Überlegung an, die mir als passable Ersatzlösung erschien, auch längere Züge fahren lassen zu können, ob meine theoretischen Ausführungen hierbei zielführend sind, also realisierbar kann ich nicht beurteilen.

Bild
Abzweigmöglichkeit 1 - Länge des roten KS Bereichs etwa 157 cm

Bild
Abzweigmöglichkeit 2 - Länge des roten KS Bereichs etwa 157 cm

Meine Überlegung:
Den roten Kehrschleifenbereich (KS) bis aufs nächste Modul zu verlängern.
Je nach Weichenstellung steht dann ein langer KS Bereich zur Verfügung.
Da ja auch das Weichenherzstück je nach Weichenstellung umgepolt werden muß, kann nun auch der Gleisabschnitt vor der Weiche entsprechend mit umgepolt werden. Könnte das so funktionieren oder unterliegt mir ein Denkfehler zur Lösung des Problems?

Alex, welche Art von Kehrschleifenmodul schlägst du vor, wenn du eine Produktwarnung vor Lenzartikeln aussprichst?

Noch wurde mit dem Bau des Gleisdreiecks nicht angefangen, Änderungen können immer noch mit eingearbeitet werden, das umschließt auch die eventuelle Möglichkeit, die Weiche zur Zusammenführung beider Seitenschenkel nach einer parallelen Gleisführung auf dem benachbarten Modul/Segment stattfinden zu lassen, wenn es schaltungstechnisch nicht anders gehen sollte.

Geschätzte Werte von Lok und Wagenlängen:
C-1 Kuppler mit Hilfstender LüP etwa 18 cm
B Kuppler oder C Kuppler 8 cm bis 10 cm
OOw Wagen je 12 cm
GGw wagen je 12 cm
Packwg. 10 cm
Perswg. 10 cm bis 15 cm

Mindestzuglänge vorraussichtlich 75 cm oder länger.
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Gleisdreieck im DCC Betrieb

Beitragvon tokaalex » Mi 5. Aug 2015, 07:49

Empfehlenswert ist ein KS-Modul mit Sensorgleisen, da gibt es aber zig Varianten auf dem Markt, z.B. von LDT usw.


Zum Vorschlag: Grundsätzlich kann das so funktionieren, allerdings wohl nicht automatisch (müsste man evtl. ausprobieren, aber dazu wären dann gleich zwei KS-Module nötig), da Du dann zwei umschaltbare Abschnitte hast.
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Re: Gleisdreieck im DCC Betrieb

Beitragvon Atlanta » Mi 5. Aug 2015, 08:01

Moin Alex,

erst einmal Danke für deine Mühen.

Ob ich jetzt nur ein oder zwei KS Modul(e) verbaue ist ja letztlich egal, die Verdrahtung findet ja eh unter dem GD Modul statt.
Schönen Gruß,
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Re: Gleisdreieck im DCC Betrieb

Beitragvon tokaalex » Mi 5. Aug 2015, 08:19

Bleibt die Frage, ob die zwei Module sich dann nicht gegenseitig in die Quere kommen, was man wohl austesten müsste? Auf jeden Fall darf dann in der zweiten KS mit dem nichtbefahrenen Schenkel des GD nichts stehen, sonst kommen die sich garantiert in die Quere.
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