eine typische deutsche Modellbahn

Alles was sonst nirgends reinpaßt

Moderator: HF110c

Re: eine typische deutsche Modellbahn

Beitragvon HF110c » Do 31. Okt 2013, 20:59

Hallo,

schön, dass ihr beiden meinen Beitrag gelesen habt. Es stellt sich nur die Frage, ob ihr ihn auch verstanden habt. Eure Kommentare deuten nämlich darauf hin, dass das nicht der Fall ist.

Von mir aus darf/kann/soll jeder bauen und betreiben was er will und es als Modellbahn bezeichnen. Das Problem, von dem ich schrieb, ist, dass es immer selbstverliebte Menschen gibt, die sich und ihr Hobby gedankenlos von sensationsgeilen Medienvertretern präsentieren lassen, die genau diese Hobbykollegen am Nasenring durch die Manege der Eitelkeiten zerren. Für diese sensationslüsternen Berichtezusammenklatscher und ihre Klientel gibt es kein größeres Vergnügen, als sich an deren Privatleben zu ergötzen um sich über sie zu erheben. Ein Bekannter von mir arbeitet als Cutter (offizielle Berufsbezeichnung für Menschen, die Bilder zu sendefähigen Beiträgen zusammenschneiden) bei einer TV-Produktionsfirma, die für das Regionalprogramm von RTL und Sat1 Programmbeiträge liefert. Ich durfte ihm dabei mehrfach über die Schulter schauen und bekam mit wie aus Rohmaterial durch gezielte Schnitte von Aussagen und O-Tönen sinnverzerrt bis sinnentstellt wurde. Das ging sogar bis in die Sinnverkehrung. Diese Vorgehensweise wird regelmäßig bei Interviews auf der Straße oder eben in Beiträgen über medial unbekannte Menschen eingesetzt, weil diese sich nicht wehren bzw. nicht wehren können. Fakt ist, dass ein Cutter jeden Menschen mit Fachkompetenz in einen sozial inkompetenten Fachidioten zurechtschneiden kann. Wenn man für einen zweieinhalbminütigen TV-Beitrag drei Stunden Material zur Verfügung hat, dann sind da nicht nur sendefähige Dinge bei, die den Interviewten in einem guten Licht dastehen lassen.

Habt ihr euch mal mit mehreren Menschen gleichzeitig eine Sendung über Modellbahn angeschaut, wo niemand wusste, dass ihr Modellbahn betreibt? Wenn ihr euch anschließend über die Sendung mit den anderen Zuschauern unterhaltet, erkennt ihr ganz schnell Wahrnehmungen der anderen. Die werden sich stark von denen abheben, die ihr gemacht habt. Genauso war es mit meinem ersten Beitrag zu diesem Thema. Ich bin nur verantwortlich für Dinge, die ich schreibe, aber niemals für Dinge, die andere in meine Beiträge hineininterpretieren. Es ist erstaunlich mit welch einfachen Mitteln man Inhalte manipulieren kann. Polemik wirkt auf vielen psychologischen Ebenen.

Durch meine berufliche Arbeit habe ich viel mit der Lokalpresse, die auch Online-Artikel über mich verfasst, zu tun. Deshalb habe ich eine gewisse Medienkompetenz entwickeln müssen, auf die viele nicht zurückgreifen können. Aber eines weiß ich schon jetzt: Ich halte mein Gesicht nicht in eine laufende Kamera!!! Das gilt für meine Arbeit ebenso wie für mein Hobby. Letzteres gehört zu meinem Privatleben und ist allein deshalb eine Tabuzone für mediale Elemente. Während ich bei meiner Arbeit nicht auf die Medien verzichten kann - dort benötige ich sie - bleibt mein Privatleben vor ihnen verborgen. Es ist schon schlimm genug, dass meine private Anschrift bereits über Google auffindbar ist.

Lieben Gruß

HF110c
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Re: eine typische deutsche Modellbahn

Beitragvon Jendris » Do 31. Okt 2013, 21:20

HF110c hat geschrieben:Hallo,

schön, dass ihr beiden meinen Beitrag gelesen habt. Es stellt sich nur die Frage, ob ihr ihn auch verstanden habt. Eure Kommentare deuten nämlich darauf hin, dass das nicht der Fall ist.

........................................................................................................


N´abend HF110c,

ich habe ihn gelesen und meine ihn auch verstanden zu haben - mir fehlt bei Deiner Ausführung der zwinker-Smily.
Er war mir, genauso wie der von Kalle, nur zu allgemein in eine Richtung.

Medien machen aus Dreck noch aussagekräftiges Material - ist halt Kommerz und so wie es Gaffer auf der Autobahn gibt, gibt es eben auch Gaffer, die sich durch Medien manipulieren lassen und damit wird schnell das Bild des infantilen Modellbahners erzeugt. Was ja auch viel mehr medienwirksamer ist, als ein Bericht über hervorragenden Modellbau.

Wer sich wirklich mit der Modellbahn beschäftigt, der ist auch in ganz anderen Medien unterwegs.

Gruß
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Re: eine typische deutsche Modellbahn

Beitragvon Yankee Boomer » Do 31. Okt 2013, 22:12

Beitrag von hier entfernt.
Zuletzt geändert von Yankee Boomer am Do 19. Dez 2013, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: eine typische deutsche Modellbahn

Beitragvon HF110c » Fr 1. Nov 2013, 00:26

Hallo,

meine Worte im letzten Beitrag wandten sich an Genua und burkim.

Stimmt vollkommen, Jendris. Das Problem ist aber, dass ein völlig verzerrtes Bild in die breite Öffentlichkeit getragen wird. Der realistische Anlagenbau wie auch der Funktionsmodellbau im Fahrzeugbereich wird einfach übergangen, während man beim weitaus spektakulären Flugmodellbau regelmäßig den High-End-Bereich zeigt (siehe hierzu die Serie "Die Modellbauer", wo mit einem strahlgetriebenen Tornado mit Schwenkfügeln oder einem Riesenmodell vom Airbus A380 die Faszination des Hobbies vermittelt wird). Das ist spektakulär und sorgt für die nötige Einschaltquote. Dagegen verkommt die Berichterstattung über die Modellbahn regelmäßig zu einem "Vorführen" der Modellbahner als eine Art Freakshow. Wenn ein Hobby fast schon chronisch als eine Sache mit unattraktivem Image und nachlassendem Interesse beschrieben wird, dann wird sich ein Nachwuchsmangel wie auch ein Ende irgendwann zur selbsterfüllenden Prophezeihung entwickeln. Über Nachwuchssorgen im Modellbahnbereich wird seit den 80er Jahren geklagt. Viele Hersteller versuchten mit neuen Produktlinien und Einsteigermodellen Boden zu gewinnen. Der durchschlagende Erfolg blieb aber aus, weil das Vorbild immer unattraktiver wurde. Das heutige Eisenbahnunternehmen hat viel von seinem einstigen Prestige eingebüßt. Trotz neuer Fahrzeuge und Farbkonzepten leidet die Bahn unter ihrer eigenen Kundenfeindlichkeit, was sich auch auf den Nachbildungswunsch im Modell durchschlägt. Zu den Epochen III und IV hat von den heutigen Jugendlichen keiner mehr einen persönlichen Bezug. Das rege Treiben an den Ortsgüteranlagen der Bahnhöfe ist in Vergessenheit geraten. Die Menschen von heute kennen nur fahrende Züge. Rangiertätigkeiten zur Zugbildung und -zerlegung in der Fläche findet einfach nicht mehr statt. Der Betrieb hat sich grundlegend verändert, weil eine jahrzehntelange Verkehrspolitik zulasten der Schiene diese Entwicklung vorgab. Wie soll der Nachwuchs denn dann noch den Reiz des Betriebsdienstes kennen können? Da ist der Reiz bei anderen Modellbaubereichen doch weitaus größer. Da ist dann schneller, höher und weiter angesagt, weil wir in eine Zeit der permanenten Superlative eingetreten sind.

Ich wollte keinen Smilie einsetzen, weil das Thema eigentlich sehr ernst ist.

Lieben Gruß

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Re: eine typische deutsche Modellbahn

Beitragvon burgkim » Mo 4. Nov 2013, 14:17

Manchmal glaube ich, dass man seinen Individualismus auch zu sehr ausreizen kann!

Zumindest drängt sich dieser Eindruck bei mir auf.

Das Zauberwort heißt Toleranz!
Jeder hat seine Sicht weise und sie ist genauso richtig oder falsch wie jede andere.

Vielleicht denken wir einmal darüber nach. Wie sind hier nicht in einer Religion, die scheinbar nie ohne Dogmatismen auskommen kann. Hier versuchen einen gleichen Nenner zu erreichen wird es nicht geben. Und damit ist es auch gut!

Ich wäre dafür, dass wir diesen Thread jetzt schließen, aber wenn sich hier einige Mitglieder noch weiter austoben wollen, dann bitte. Aber ohne mich!

Modellbahn ist und bleibt ein Hobby und keine Religion!
... liebe Grüße von der Alb

Thomas
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Re: eine typische deutsche Modellbahn

Beitragvon Atlanta » Mo 4. Nov 2013, 20:38

Hallo Kalle, und liebe Forenkollegen,

ich schreibe meine Antwort auf Kalles Gebäudebausatzbeitrag, worin er Bezug auf Geschoßhöhn von Plastikbausätzen, festlanderopäischer Hersteller nimmt, extra hirhin, da die Antwort wieder in das "typisch deutsche Klischee" paßt, welches wir hier etwas "aufgeregt" diskutieren.

könnte es womöglich daran liegen, daß festlandeuropäische Hersteller von "traditionellen" Gebäudebausätzen noch "alte" Formen benützen, welche im Maßstab 1:100 aus einer zeit stammten in der man auf maßstabliche Paßgenauigkeit, "wenig bis garkeinen" Wert legte? Ich erinnere da an eine Zeit wo man mit dem "Denken der Zeit um 1950 bzw bis 1970" versuchte möglichst viel auf 2 m x 1 m "draufzuquetschen." Es wurde versucht mit dem Zwischenmaßstab 1:100 Gebäude für H0 und TT gleichzeitig abdecken zu können. Die großen Gebäudehersteller Kibri, Faller und Vollmer waren da maßgeblich "fuhrend". Seit der Übernahme von Pola durch Faller und der Zusammenlegung von Kibri und Vollmer scheint sich dort aber ein Wandel zum "mehr" maßstablichen Modell zu entwickeln. Wenn auch "fast" zu spät und eine Firmenpleite dazu beiträgt, daß gewisse "Herrschaften" aufwachen und nun versuchen den entstandenen "Schaden" irgendwie abzuwenden, weil man den "Trend der Zeit" regelrecht "verschlafen" hat?

Der Trend zum maßstäblichen Modell auf der Schiene und "daneben" ging ab Mitte der 1980er Jahre los, ich erinnere mich noch gut daran wie Roco anpries maßstäbliche Eurofima Reisezugwagen ins Programm mit aufzunehmen und die 1:100 Modelle als Auslaufmodelle zu deklarierien, vornehmlich waren es zwar SNCF Waggons oder ÖBB Waggons doch ein erster Trend setzte ein, jedoch paßten diese Fahrzeuge recht schnell nicht mehr zu den "Industrieradien" der meisten Anfangspackungen bzw. deren Erweiterungsvorschlägen, so daß man "eigenständiger" und "individueller" planen und bauen mußte.

Ich war in meiner Modellbahnkarriere auch nicht frei davon, dem "klassischen Denken" zu unterliegen, bis ich zum jetztigen Stand meines Tun & Handelns" kam vergingen gut weitere 30 Jahre.

Modellbahn liegt einem Wandel der Zeit dem ich mich nicht verschließe, ebensowenig ob wer "individuell" oder "klassisch" bauen möchte, das bleibt jedem selbst überlassen, Hilfen und Tips bekommt, wer danach fragt auch wenn mir manche Auslegungen des eigenen Stils nicht gefallen, es gibt nämlich auch Spur- und Systemübergreifende probleme, die gemeinsam gelöst werden können.
Schönen Gruß,
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Re: eine typische deutsche Modellbahn

Beitragvon Yankee Boomer » Mo 4. Nov 2013, 21:07

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Re: eine typische deutsche Modellbahn

Beitragvon Atlanta » Mo 4. Nov 2013, 22:24

Hallo Kalle,

ich habe einige Bausätze europäischer Hersteller besonders von Kibri noch eiige Modelle der in den 1980ern noch vertriebenen Häuser der Westernstadt, welche jetzt in einer Neuauflage von einer US Firma vertrieben werden, da wurde rein garnichts an den Formen verändert und die Gebäude entsprechen immernoch dem Maßstab 1:100. Um sie aber in 1.87 einsetzen zu können kann man durch Umbauten etwas in der Geschoßhöhe verändern, auch sollten hierbei die Fenster durch filigranere von Grandtline oder Tichy Train getauscht werden und schon hat man passable Gebäude die man gut in einer amerikanischen Kleinstadt verwenden kann. Plaziert man gebäude mit niedrigeren Geschoßhöhen weiter in Hintergrund, entsteht so eine mögliche Tiefenwirkung, man sollte nur tunlichst vermeiden, andere maßstäbliche Modelle daneben zu plazieren.
Schönen Gruß,
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