Mi 25. Mai 2016, 10:12
Moin Shack,
da gebe ich dir durchaus Recht, ich abeite aber noch stets am "Tastenanschlag" auf der Tastertur meines Notebooks, so schleichen sich ungewollt, viele Flüchtigkeitsfehler ein, wenn ich die Schreibgeschwindigkeit erhöhe.
Beim Schreiben mit der Schreibmaschine hatte ich früher immer einen sehr harten Tastenanschlag, da waren die ersten zwei Seiten und das Kohlepapier, regelrecht von den Satzzeichen gelocht und perforiert worden.
Für persönlich Korrespondenz bevorzuge ich aber gerne noch handgeschriebene Texte, zum Ärgernis mancher Leute, die lateinische Schreibschrift habe ich nahezu komplett verlernt, zudem die deutsche Schreibschrift, vor ihrem Aussterben bewahrt. Als Schülerstreich an der Berufsschule, war es mir eine Freude, ähnlich wie in der "Feuerzangen Bowle", kleine Streich zu vollziehen und mich mit meinem ziemlich "arroganten" und "sadistischen" Deutschlehrer anzulegen.
Zwei Beispiele, wo "Deutsch in Wort und Schrift", wörtlich ausgelegt für viel "Freude" sorgte:
1. Beispiel
Ich arbeitete vor meiner Ausbildung zum Fachlageristen als Lagerist in einem Land- und Kommunaltechnik Betrieb im dortigen Ersatzteillager und war für jeglichen Warenein- und Ausgang verantwortlich. Mehrer Paketdienst und Zusteller beehrten unseren Betrieb täglich.
Nun bin auch ich ein bequemer Mensch und mich störte das nervige Schreiben meiner recht leserichen Unterschrift in Klarschrift, so daß ich mir einen Stempel in altdeutscher Druckschrift anfertigen ließ, der fortan so manche Frachtliste oder Rollkarte verzierte.
Vom DPD gab es aber einen Paketfahrer mit Migrationshintergrund, der immer auf die Karschrift der Unterschrift bestand, bei seinen übrigen Kollegen war es eigentlich nicht erforderlich, da man meine persönliche Unterschrift als gut leserlich empfand.
Ich unterschrieb die Frachtliste wie immer, bekam dann von dem einem DPD Paketfahrer die Aufforderung: "Schreib Namen in Klarschrift!" Ich zückte meinen Stempel und setzte ihn unter die Unterschrift. Er entgegnete daraufhin: "Ich das nicht lesen können, schreiben bitte deutsche Druckschrift!" Ich antwortete etwas genervt, "Kollege, das ist "Deutsche" Druckschrift, schönen Tag noch!"
2. Beispiel
In der Berufsschule hatten wir einen 32 jährigen Deutschlehrer, der meinte sehr streng mit seinen Schülern umgehen zu müssen. Im Normalfall waren die Berufsschüler auch nie älter als er selbst, ab dem Jahr 2010 allerdings wurden auch Umschüler der Erwachsenenbildungseinrichtungen in Hamburg auch an die staatlichen Berufsschulen geschickt, um ab dem zweiten Lehrjahr in die Brufsschulkassen eingeschult zu werden und gemeinsam mit den Brufsschülern die schulische Ausbildung zu durchlaufen.
Im Gegensatz mancher noch minderjährigen Berufsschülern, die der allgemeinen Schulpflicht unterliegen, schlossen wir einen Ausbildungsvertrag mit der Schulleitung auf "freiwilliger" Basis, das für die Prüfung benötigte Fachwissen "abzugreifen" und zu erlernen. Ich war mit 40 Jahren, damals der älteste Klassenkamerad dieser Berufschulklasse, in der der Parallelklasse befand sich aber ein Kollege unserer Erwachsenenbildungseinrichtung, der vom Arbeitsamt noch mit 58 Jahren eine Umschulung finanziert bekam und in seiner Berufsschulklasse den Altersrekord hielt.
Unser Deutschlehrer betimmte jeden Tag einen einen Schüler zum Anschreibdienst an der Tafel, das traf mich dann auch mal eines Tages. der Detschlehrer sagte er käme nach 20 Minuten wieder, er müßte noch etwas aus dem Lehrerzimmer holen, ich sollte schon mal zwischenzeitlich die Hausaufgabe an die Tafel schreiben. Ich fragte: "Wie hätten Sie es gerne? Wie soll ich schreiben? In Deutsch oder Latein?" der Deutschlehrer rastete plötlich vollkommen aus und brüllte mich an: "Willst du mich verarschen, wir sind hier in Deutschland und hier ist Deutsch die Amtssprache!" Ich entgegnete: "In Hamburg it aber auch Plattdeutch die 2. Amtssprache!" Die ganze Klasse war am Lachen und er brüllte weiter: "Du schreibst gefälligst in Deutsch, was anderes lasse ich hier nicht gelten!" Er ging dann wutentbrannt raus und knallte die Tür ins Schloß. Wir sahen ihn noch zum Bäcker herüberlaufen.
Ich nutzte seine Abwesenheit und schrib die Hausaufgabe zweimal an die Tafel, auf der vorderen Tafel in altdeutscher Schreibschrift auf der hinteren Tafelfäche in lateinischer Druckschrift.
Als er nach 45 Miuten zurückkam saß ich an seiem Pult, die Füße auf seiem "geheiligten" Pult und schmökerte im Klassenbuch, ich begrüßte ihn freundlich mit dem Satz: "Aufgabe erledigt, wir wollten schone eine Vermißtenanzeige bei der Polizei aufgeben, wo waen sie denn. Er entgegnet: "Na gut, setz' dich auf deinen Platz, ich war noch beim Bäcker, 'nen Kaffee trinken." Ich entgegnete: "Wir sollen das Schullgelände nicht während des Unterrichts verlassen, was sind Sie den für ein Vorbild für uns Schüler und einen Kaffe haben Sie mir auch nicht mitgebracht?" Wiederum lachten die Klassenkameraden.
Nun erst entdekte er die altdeutsche Schrift und meinte: "Was ist das denn? Das kannn ja kein Mensch lesen, du solltest Deutsch schreiben! Ansage an Alle, ich will hier nur Deutsch in Wort und Schrift!" Mein Kommentar daraufhin: "Was wollen Sie denn, habe ich doch Wunschgemäß erledigt."
Er rannte dann hinaus und kamm mit em Klassenlehrer der Parallelklasse wieder, dieser ältere Lehrer meinte nur: "Also ich kann's lesen." Er ging dann wieder in seine lasse zurück, unser Deutschlehrer rannte dann zur Rektorin, die dann mit unserem Klassenehrer im "Schlepptau" ankamen und meinte: "Herr Kollege, wenn Sie deutsche Schreibschrift nicht lesen können, dann ist das eine Bildungslücke Ihrerseits, dann brauchen Sie sie ja nicht noch explezid anzufordern, wenn Sie der Berufsschüler noch fragt, mit welcher Schrift er seine Hausaufgabe an die Tafel schreiben soll." Die ganze Klasse war am Lachen.
Ich fragte dann noch: "Sollen wir die Ansage "Deutsch in Wort und Schrift, etwas anderes würde unser Deutsschlehrer nicht gelten lassen, wörtlich auslegen oder würde es sich mit der gebräuchlichen lateinischen Schreib- oder Druckschrift begnügen, so wie es auf der hinteren Tafelfläche ebenfalls ausgeführt habe?"
Die Rektorin meinte noch: "Junger Mann, das erinnr mich doch sehr an die Feuerzangenbowle! Dieser Schülerstreich eines erwachsenen Beufsschülers, einfach nur köstlich aber übetreiben Sie es nicht"
Gerne erinnere ich mich an solche oder ähnliche Anekdoten zurück.