Gleisplanungsinformationen für den Bereich Kolonialgebiete

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Wissenswertes zu Kolonialbahnen in aller Welt und deren Umsetzung als Modellbahnthema

Gleisplanungsinformationen für den Bereich Kolonialgebiete

Beitragvon Atlanta » Di 1. Okt 2013, 00:16

Liebe Forenkollegen,

in den Kolonialgebieten der verschiedenen Kolonialnationen, wie Deutschland, Frankreich, Niederlande, Spanien, Portugal, Großbritannien oder Japan, wurde in den seltensten Fällen die Regelpur von 1435 mm verlegt, vielmehr wurden Schmalspurbahnen der unterschiedlichsten Spurweiten verlegt. Die nachfolgende Liste soll das verdeutlichen, in Grün, jeweils die Referenzspurweite im Maßstab 1:87 der Baugröße H0.

600 mm entspricht der Schmalspur H0f
610 mm entspricht der Schmalspur H0n2
750 mm entspricht der Schmalspur H0e, H0n30, H0n2,5 bzw. 00-9
900 mm entspricht der Schmalspur H0e, H0n30, H0n2,5 bzw. 00-9
914 mm entspricht der Schmalspur H0n3
1000 mm entspricht der Schmalspur H0m
1067 mm entspricht der Schmalspur H0m

Im Modell entsprechen die Spurweiten:
H0f = 6,5 mm (Spur Z)
H0n2 = 7 mm hierbei wird auf H0f = 6,5 mm (Spur Z) zurückgegriffen
H0e, H0n30, H0n2,5 bzw. 00-9 = 9 mm (Spur N)
H0n3 = 10,5 mm
H0m = 12 mm (Spur TT)

Da leider bekannt ist, daß das Schmalspurprogramm in der Spur H0f = 6,5 mm sehr begrenzt ist kann als Kompromiß die nächst größere Spur H0e = 9 mm verwendet werden, was auch einige Hersteller so machen. Dadurch geht zwar der Reiz der besonders schmalen Spur verloren, jedoch wenn man anstatt von H0 Kleinprofilfahrzeugen, nun Regelspurfahrzeuge im Großprofil, mit den H0e = 9 mm Fahrwerken verwendet, kann dieses als weiterer Kompromiß dienen, den Reiz der besonders schmalen Spur zu erhalten. Ob ein Modellbahner diesen Kompromiß eingehen möchte, bleibt dem jeweiligen Modellbahner selbst überlassen.

Schmalspuren werden verwendet, wenn die örtliche Topographie eine Bahn in Regelspur nicht zuläßt oder wenn unter Zeitdruck und Kostenersparnis eine Bahn gebaut werden soll.

Die jeweiligen Kolonialverwaltungen wollten schnellstmöglich Gewinne aus ihren Kolonien erziehlen, jede Bauverzögerung beim Schaffen von Infrastruktur, wie Straßen oder Bahnlinien sollte so kostengünstig wie möglich bewerkstelligt werden, auch der spätere Betrieb sollte kostengünstig bewerkstelligt werden, weswegen man sich vielfach für Schmalspurbahnen entschied.

Ein sehr großes Manko war, daß in den wenigsten Fällen, Gewinne mit dem Bau von Eisenbahnlinien erziehlt wurde, da auch das in den Kolonoialgebieten verbaute Eisenbahnmaterial in der Heimat beschafft werden mußte, in die kolonie transportiert werden mußte und dann unter Umständen sämtliche zum betrieb notwendigen Materialien wie Heizstoffe und Betriebsmittel ebenfalls in die Kolonie importiert werden mußten, wenn es in der betreffenden Kolonie and Rohstoffen fehlte, den betrieb einigermaßen wirtschaftlich erscheinen zu lassen.

Meistens erst in wesentlich späterer Zeit, wurden entsprechende Bodenschätze erschlossen, woraus man auch den Betrieb der Kolonialbahn kostengünstig gestalten konnte oder Gewinne aus der Kolonie erzielen konnte. darunter litt besonders Deutschland mit seinen vier afrikanischen Kolonien.
Schönen Gruß,
Ingo
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G.W.&.A.R.R. in H0 US Süd- und Pfirsichstaat Georgia 1928
L.T.E. – Lübeck Travemünder Eisenbahn Epoche I + II in H0/H0e
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