Welches Gleissystem?

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Welches Gleissystem?

Beitragvon Grossbahn » Sa 21. Nov 2015, 15:07

Da ich eine kleine Rangieranlage in H0 bauen möchte, wollte ich mal wissen, was die H0-Freunde hier so für Gleissysteme verwendet haben oder bevorzugen. Auch würden mich mal die Gründe für das bevorzugte Gleissystem interessieren.

Ich fange mal an.

Gleissysteme mit Bettungskörper kommen für mich nicht in Frage, weil sie mir optisch nicht gefallen.
Da mir der "Goldesel" abhandengekommen ist, muss ich auch auf den Preis achten, daher favorisiere ich zur Zeit das .
Die ist O.K. auch die Ausführung der Schwellen und des Schienenprofils kann man für diesen günstigen Preis akzeptieren.
Ich bin mehr der Betriebsmodellbahner als ein Modellbauer, daher möchte ich die Gleise nicht selber bauen und hier auf fertiges, handelsübliches Material zurückgreifen. Bei mir ist nicht der Weg das Ziel sondern die fertige Anlage, der Bau muss in einem überschaubaren Zeitraum ablaufen. Ewige Baustellen sind für mich der Horror.

Welche Erfahrungen mit welchem Gleissystem habt ihr? Was würdet ihr empfehlen?
Gruß von der Ostseeküste

Frank

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Re: Welches Gleissystem?

Beitragvon HF110c » Sa 21. Nov 2015, 16:03

Hallo Großbahner,

für meine Rangieranlage "Inglenook" kam Tillig Elite zum Einsatz. Der Grund dafür war, dass ich einerseits zwei EW 3 Weichen des Herstellers, die ich mir zu Testzwecken besorgte, im Anlageneinsatz ausprobieren wollte und andererseits, weil ich den Erfolg einiger nötiger Verbesserungen sehen wollte. Die Verbesserungen sind im Bereich der Herzstücke, Stromeinspeisung, Radlenker, Zwischenschienen und Zungenanlenkung vorgenommen worden. Preislich liegen die Tillig Komponenten zwar über denen des Piko A-Gleises, sind aber jeden Cent der Mehrausgabe wert. Das trifft auch für die kleinen Modifikationen zu, um die man - wenn auch in anderer Form - beim A-Gleis oder jedem anderen Gleissystem nicht herumkäme. Für das Tillig Elite Gleis spricht auch die Möglichkeit, dass man auf Bausätze zurückgreifen kann, mit denen sich eine Menge "Geriebenes" sparen lässt. Zudem handelt es sich beim Tillig Gleis um ein flexibeles Gleissystem, weil man es nicht mit starren Schwellenjochen (auch bei den Weichen) zu tun hat. Dagegen ist das Piko A-Gleis billiger, starrer Krempel mit viel zu hohen Schienenprofilen.

Solltest du nützliche Hinweise für den Bau eines Rangierspieles benötigen, so empfehle ich dir die Lektüre folgenden Beitrages:


Bei den Antrieben hast du beim Tillig Elite ziemlich freie Auswahl, sofern es sich um Weichenmotore mit Selbsthemmung handelt. Diese sind notwendig, damit die Federschienenzungen (die Tillig Weichen haben nämlich keine Gelenke) den Stelldraht nicht aus der Endposition drücken können. Die Conrad/Hoffmann Weichenmotore taugen also in Verbindung mit Tillig Elite Weichen nichts. Dagegen scheinen die mtb-Antriebe, die DeGe in einem anderen Strang vorstellte, mehr zu taugen.

Lieben Gruß

HF110c
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Re: Welches Gleissystem?

Beitragvon Atlanta » Sa 21. Nov 2015, 17:05

Moin Frank und Kollegen,

für mein bisheriges H0 Projekt im Süden der USA in Georgia, im Jahr 1928, hatte ich Peco Code 83 = 2,1 mm und Rocoline Code 83 = 2,1 mm Gleise verwendet. In einem Tunnel mit einer gleichmäßigen Biegung der Kurve waren mir Rocolinegleise lieber als irgendwelche flexgleise diverser Hersteller, ansonsten wurden Flexgleise und Pecoweichen verwendet. Manchmal wurden auch Peco Code 75 = 1,9 mm Weichen verwendet. In den Peco Code 83 Weichen befinden sich Herzstückfüllungen, die ausschließlich nur mit RP25 nach NMRA Norm befahren werden können, Radsätze nach NEM haben da keine Chance. In den großen Bogenweichen von Rocoline ohne Bettung (sind leider nur noch selten zu bekommen) wurden keine Fullstücke verbaut, NMRA RP25 Radsätze machten da keine Probleme auch wenn ich dort auf die Füllstücke der Herzstücke verzichtete. Selbstverständlich hatte ich die Herzstücke elektrisch polarisiert. Gestellt wurden meine Weichen mit dem Peco Doppelspulenantrieb, der wie ein kleines Kraftwerk mit sehr hohen Schaltströmen arbeitet, selbst in der reduzierten Stromaufnahme benötit er noch etwa 1,5 A bis 2 Ampere. Ein Umdenken auf Bowdenzugschaltung war angedacht, doch nicht mehr realisiert worden. Auch sollten die Weichen umgebaut werden in Schleppweichen, die für mich realitätsnaher waren.
ein vorzeitiges Aus dieses Gemeinschaftsprojektes verhinderte weitere Baumaßnahmen in der weiteren Umsetzung fürs Erste.

Im H0e Schmalspurbereich greife ich auf verschiedene Weichen von HF110c zurück die er an mich abtritt und die ich für meine ASIS Mine verwenden werde. Flexgleise werden mit Gleisjochen aus Stahlschwellen aus dem Hause Modell 87 von Daniel Pohl realisiert.

Das Piko Code 100 = 2,5 mm gleissystem eignet sich gut für moderne Epochen, jedoch sind die Schienenprofile viel schmaler als die Profile anderer Hersteller. Störend sind dort die symetrischen Dreiwegeweichen und die zu steilen Abzweigwinkel der Weichen von 15°. Symetrische Dreiwegeweichen gibt es bei Schleppweichen mehr als bei Zungenweichen im Original.

Tillig Standard ist ein recht preisgünstiges Gleissystem für Anfänger ein Umstieg auf das Elite Gleissystem wird dadurch erleichtert.

Ein gutes Gleissystem sollte zumindestens aus einigen Grundformen von Weichen und Kreuzungen bestehen, sowie aus diversen Flexgleisen.

Zum Biegen von Flexgleisen gibt es aus dem Hause Peco Metallschablonen, die zwischen die Schienenprofile geschoben werden.

Polarisierbare Herzstücke und Weichenzungen ohne Gelenk bis zum Herzstück gehören eigentlich zum heutigen Standard für so realitätsnahe wie möglich darszustellende Gleise.

Ein Dremel oder vergleichbare Minitrennschleifer sollten ebenfalls zum Standard eines Modellbahners gehören wie andere wichtige Werkzeuge.

Es mag sein, daß wir Modulbahner etwas anders im Denken sind, als diejenigen Kollegen unter uns, welche ihre stationären Anlagenträume realisieren und auch den nötigen Platz dazu haben, der uns meistens fehlt.

:ah47: :ah49: :hammernagel:
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Welches Gleissystem?

Beitragvon Schachtelbahner » Sa 21. Nov 2015, 21:19

Das von dir bevorzugte Piko Gleissystem hat einen Gravierenden Nachteil. Das Herzstück ist in Plastik und somit komplett Isoliert, kleine " Achser haben hier ihre Probleme und bleiben , im kleinen Rangiergang, stehen. Von dem Steilen Abzweigwinkel und den Gelenkzungen wollen wir nicht reden, die sind auch beim Peco Gleis vorhanden was aus diesem Grund auch nicht Empfehlenswert ist.

Vom Preis- Leistungsverhältnis liegt das Tillig Elite von allen Systemen am besten, vor allem kann man sehr flexibel seine Weichen verlegen, die lassen sich in Grenzen biegen. Der antrieb der Weichen ist das kleinste Problem, erst muss man festlegen was man will.
Grüße vom Schachtelbahner Kurt
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Re: Welches Gleissystem?

Beitragvon HF110c » Sa 21. Nov 2015, 21:54

@ Großbahner:
Wie du siehst gibt es das perfekte Gleissystem nicht. Es gibt höchstens ein Gleissystem, welches die individuellen Ansprüche des jeweiligen Anwenders eher schlecht als recht unter einen Hut zu bringen weiß. Willst du billig, so wäre Selbstbau die Lösung. Willst du etwas wirklich gutes, dann wird es sehr schnell recht teuer. Soll es unter allen Bedingungen über einen langen Zeitraum garantiert sicher funktionieren, so wirst du um einige Umbauten nicht herumkommen. Es gibt nichts fertiges, was es zu kaufen gibt. Das klingt vielleicht etwas hart, basiert aber leider auf schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit, die stets in Anlagenabbrüchen aufgrund technischer Gebrechen gekaufter Weichen endeten. Seit etwa 25 Jahren habe ich diese Tücken bei gekauften Weichen allerdings im Griff, weil ich über den Umweg des Weichenselbstbaus die Schwachstellen gekaufter Weichen bereits auf den ersten Blick erkennen lernte. Man darf die Funktionssicherheit gekaufter Komponenten nicht voraussetzen. Man erhält sie erst, wenn man den Kompromissen in den Konstruktionen der Großserienhersteller konsequent zu Leibe rückt.

Lieben Gruß

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Re: Welches Gleissystem?

Beitragvon HF110c » Sa 21. Nov 2015, 22:51

Hallo jüja,

natürlich kann man den Selbstbau auch um einige Vielfache teurer machen, wenn man auf H0pur-Standard baut. Allerdings kann man nur mit totalem Selbstbau billiger bauen als mit gekauftem Kram im Neuzustand. Ich setze mal die Dinge ins Verhältnis: Eine Selbstbauweiche kann man problemlos für 3,50 € bauen. Das liegt weit unterhalb einer Tillig Elite EW 3. Man kann natürlich H0pur bauen und gibt für einen Weichenbausatz ohne Antrieb etwa 220,- € aus. Nur ist H0pur kein Selbstbau, sondern eine Bausatzmontage, weil es sich um industriell vorgefertigte Teile (egal, es sich dabei um Teile aus Kleinserienfertigung geht) handelt, die zusammengefügt werden müssen. Eine Weinert Lok entsteht auch aus einem Bausatz und ist kein Selbstbau, auch wenn man die Dinger selbst zusammenbauen muss. Selbstbau ist, wenn man alle Teile in Eigenfertigung herstellt und sie dann zu einem fertigen Ganzen zusammenbaut. Das ist, wie du schon völlig zutreffend bemerktest, bereits im Einleitungsbeitrag zu diesem Strang kategorisch ausgeschlossen. Trotzdem dürfte eine sehr exakte Differenzierung zwischen Selbstbau und Bausatzmontage an dieser Stelle einmal nötig gewesen sein.

Mit nachdenklichen Grüßen

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Re: Welches Gleissystem?

Beitragvon HF110c » So 22. Nov 2015, 03:20

Du denkst etwas zu kompliziert.
mannisid hat geschrieben:Was spare ich beim Selbstbau wenn ich die ganze Zeit dagegen rechne? Irgendwann möchte man ja auch mal fahren, ich zumindest etwas mehr als einen Meter vor und wieder zurück.

Was spricht gegen die Verwendung von Flexgleis in Kombination mit Selbstbauweichen? Eine Weiche ist in weniger als eineinhalb Stunden fahrbereit. Es geht sogar noch schneller, ohne dass es ungenau wird. Ist eine Frage des richtigen Werkzeugs. Nach über 250 gebauten Weichen kommt dann noch der Faktor Routine dazu.

Ist nur mal als beiläufige Äußerung gedacht, weil es in diesem Strang völlig nebensächlich bis OT ist. Aus eigener Erfahrung tendiere ich im hier angefragten Fall zu Tillig Elite, auch wenn es nicht die billigste Lösung ist. Es stellt den besten Kompromiss aus Betriebssicherheit, Preis, Potenzial für Verbesserungen und Flexibilität dar. Zudem ist das Code 83 Profil optisch besser als das Code 100er des Piko A-Gleises wie auch polarisierbare Herzstücke bei den Tillig Weichen den Plastikherzstücken der Piko Weichen vorzuziehen sind.

Lieben Gruß

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Re: Welches Gleissystem?

Beitragvon Atlanta » So 22. Nov 2015, 09:18

Moin liebe Kollegen,

mir persönlich sagen Gleissteme zu, wo ich die Herzstücke polarisieren kann, vieleicht bin ich verwöhnt durch die gänige Praxis als US Bahner, wo das meistens eh Standard ist? :mx7:

Das Bauen mit Flexgleisen schockt mich ebensowenig, wie das Selberanfertigen von Weichen in der Baugröße H0, 0e oder 1f. Bei Stub Turnouts/Switches ist es eh erforderlich, diese gibt es nur von wenigen Hertellern, mir sind nur zwei bekannt und dann waren es auch nur von denen selbstgebaute Schleppweichen, wo der Modellbahner noch Schwellen ergänzen muß, dann kann ich auch gleich die komplette Weiche selbst bauen.

Viel wichtiger erscheint mir aber die Verwendung von anständigen Radsätzen, was nützen einem die besten Weichen oder Kreuzungen, wenn die verwendeten Radsätze nichts taugen? :mx13:

Gefederte und selbstzentrierende Drehgestelle und Radsätze mit Kühlrippen auf der Rückseite dürfen es aber schon sein, ebenso sehr niedrige Spurkränze und schmale Radscheiben. Ein Paar solcher Drehgestelle mit samt Radsätzen kotet etwa 15 €, eine Investition, die ihr Geld absolut Wert ist. :hpy:
Schönen Gruß,
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Re: Welches Gleissystem?

Beitragvon HF110c » So 22. Nov 2015, 11:06

jüja hat geschrieben:Nu ist aber mal gut mit Selbstbau.

Will Frank doch gar nicht.

Jepp! Leider wird hier ständig auf das Thema zurückgechwenkt, egal wie oft man davon wieder wegzukommen versucht. Ich dachte eigentlich, dass das Thema Selbstbau erledigt sei, als ich in meinem letzten Beitrag direkt zu Kaufgleissystemen zurückkehrte. :gewittersmily:

jüja hat geschrieben:Polarisierbare Weichen sollten schon sein. Wenn nicht, ist das für mich an der falschen Stelle gespart.

Im Grunde ist es wie mit der Anlagenplanung. Man sollte sich vorher überlegen was man will :mx13:


Soll er vorher testen.

Dreimal Ja. Nur wird man Tillig Elite auf Börsen wie auch bei Händlern eher nicht gebraucht finden. Peco ist auch selten. Roco Line gibt es mit etwas Glück gebraucht, wobei man eher über Weichen des alten Roco Code 100 Systems stolpert. Piko A-Gleis ist zu jung, als dass man da etwas gebraucht bekommen wird.

Aber vielleicht sollte sich der TE mal wieder im Thread zu Wort melden. Genug Stoff zum Nachdenken hat er ja erstmal. :hppy2:

Lieben Gruß

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Re: Welches Gleissystem?

Beitragvon oligluck » So 22. Nov 2015, 14:04

Moin,

beim Vergelich der verschiedenen Gleissysteme gilt bitte zu beachten, dass sowohl Tillig als auch Roco ein Standardgleis im Programm haben.
Preislich und qualitativ ist es dem Piko A ungefähr gleichauf.
Die hier genannten und emfohlenen Gleissysteme sind das Roco Line (Nummern beginnend mit 424) bzw. das Tillig Elite (Nummern mit 85 beginnend).

Wenn man Piko A mit denen vergleicht, ist das wie bei Äppeln und Birnen - gleichwohl wird in der Beschreibung leicht deutlich, warum sich jemand für eins von denen entschieden hat, trotz eines höheren Preises.

Piko A kommt mit 2,5mm Profilhöhe (Code 100). Das war vor Jahren bei allen Herstellern üblich; heute neigt man dazu, es als zu hoch und nicht mehr zeitgemäß zu empfinden.
Das gilt übrigens für Roco Standard und Tillig Standard ebenso.

Das nicht polarisierbare Herzstück bei der (nur) einen geraden Weiche, die Piko bietet, ist ihr großes Manko.
Entweder verbieten sich damit zwei- oder dreiachsige Loks, oder man ist genötigt, mit überhöhter Geschwindigkeit über die Weichen zu brettern:
sicher geht es nicht jedem so, aber ich persönlich genieße es, Loks bei Langsamfahrt zuzuschauen!

Von Roco Line gibt es wenigstens eine zweite, längere Weiche. Beide sind polarisierbar, dafür sind in drei Schwellen Buchsen für Stecker versteckt.
Bei einem festen Einbau wird man sicher eher Kabel unterwärts anlöten wollen.

Bei Tillig Elite kommt man um das Löten nicht herum; die Ausführung mit Federzungen verbietet zudem einen fliegenden Aufbau.
Dafür ist die Auswahl an Weichen ungeschlagen, es gibt, allein von den geraden Weichen, 5 verschiedene.
Hinzu kommen mehrere Innenbogenweichen (wie bei anderen Herstellern auch) sowie Außenbogenweichen.
Die Weichen gibt es auch als Bausätze, wobei man wenig Geld spart, aber etwas Zeit investieren darf. Der Vorteil liegt weniger in einer vermeintlichen Ersparnis, als in der Flexibilität.
Preislich sind Tillig Elite und Roco Line in etwa gleich auf, 1m Gleis kosten ca. 6 Euro, eine Standardweiche um die 25 Euro.

Je nachdem, was genau gewünscht ist, ist das eine davon eine Empfehlung oder das andere...

Ist Geldeinsparung nötig oder gewünscht, gibt es andere Wege. Bei den Conrad-Töchtern Völkner und SMDV gibt es mehrmals im Jahr Gutscheinaktionen, hier lassen sich ca. 15% sparen. Mancher große (reine) Modellbahnversender bietet ebenso mehrere Preisaktionen im Jahr. Zudem bietet es sich an, antizyklisch zu kaufen, also nicht unbedingt in der Vorweihnachtszeit.
Hat man Glück und einen Händler im Ort, lassen sich individuell Preise aushandeln. Hilfreich wäre dann ein etwas größerer Einkauf, natürlich.

Das Gegenargument "ich will bauen und nicht warten" ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings geht jedem Bau eine Planungsphase voraus, in der kann man schon mal einen Grundstock zusammen sammeln. All' mein Tillig Elite hat sich auf diese Weise angehäuft, und es hat noch den weiteren Vorteil, dass sich die Kosten über viele Monate verteilt haben: würde ich heute los gehen und das alles en bloc kaufen, wäre mir ein baldiger Scheidungstermin sicher :mrgreen:

Für später nicht sichtbare Anlagenteile (Schattenbahnhof) kann man auch weniger attraktives Gleismaterial nehmen, beispielsweise das GeoLine von Roco.
Da es jeder Startpackung beiliegt, ist das Angebot an Gebrauchtware groß, zumeist im Neuzustand (Gebrauchtkauf ist nicht so meins, besonders bei Gleismaterial.)

Als das Modellgleis von Fleischmann eingestellt wurde, sind vorhandene Restbestände verramscht worden. Ich habe noch ca. 60 Weichen, 200 Geraden und 4 Vollkreise an Bögen, die ich nicht benötige und günstig abgeben würde.
Für einen Schattenbahnhof geht es, ansonsten ist es nicht sonderlich schön, mit Messingschienen und, wie das Piko A-Gleis, ohne polarisierbare Weichenherzstücke.


Viele Grüße,
Oliver


Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.
(Schopenhauer)
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