sächsisches Beamtenwohnhaus III Klasse




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sächsisches Beamtenwohnhaus III Klasse

Beitragvon 99 600 » Fr 12. Feb 2016, 20:42

Servus Modellbaufreunde,

Entstanden ist nun das Beamtenhaus III. Klasse des Bahnhofs Helbigsdorf (b. Wilsdruff), welches an der Ausfahrt nach Wilsdruff steht. Das Grundmodell stammt vom Kleinseienhersteller Manufaktur-Neustadt (M.Brendel) in Lasertechnik. Die Besonderheit liegt hierbei in der exakten Nachbildung des Klinkermauerwerks, das beim Vorbild im Querverband mit Köpfen ausgeführt worden war. Alle Elemente wurden so fein wie technisch umsetzbar ausgeführt. Die Fenster wurden in 2 Ebenen ausgeführt um eine plastische Wirkung zu erzielen. Stegbreiten von 0,4 - 0,5 mm aus Holz wurden hierbei erreicht. Der Sandsteinsockel und das Schieferdach entstanden wiederum in Eigenregie. Das Wohnzimmer (Küche) erhielt eine Inneneirichtung wie in den 60iger Jahren. Das Dach und die Zwischendecken sind herausnehmbar gestaltet. Die Farbgebung und die Patinierung entspricht im Zustand Ende der 1960iger Jahre. :mx7:


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Gruß Daniel


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Re: sächsisches Beamtenwohnhaus III Klasse

Beitragvon Atlanta » Sa 13. Feb 2016, 04:58

Moin Daniel,

das Beamtenwonhaus III. Klasse gefällt mir in seinem Aussehen recht gut, bei der aber von dir gestalteten Inneneinrichtung der Küche, muß ich etwas Kritik äußern.

Drei Dinge stechen mir da besonders ins Auge, die nicht recht stimmig sind:
1.)
Ersetze den Gasherd durch einen Kohleherd und schon stimmt es mit der Schornsteinlage überein. Beim ganzjährigen Kochen mit Kohle oder Holz entsteht im Sommer zwar immer ein Hitzestau, im Winter aber eine angenehme, wohlige Wärme.

2.)
Das Waschbecken in einer Küche der damaligen Zeit, entstammte meistens dem Stil der vorangehenden Epochen und mußte so beschaffen sein, daß man einen 10 l Wassereimer befüllen konnte, zum Abwaschen von Geschirr ist eine Besezimmer- oder Stubenwaschbecken eher ungeeignet. In ländlichen Gemeinden war oft die Wasserversorgung noch über Brunnen und Pumpen im Garten oder im Haus bewerkstelligt worden, im Haus wäre aber schon Luxus. Nicht jede Gemeinde verfügte über Wasserleitungen, meitens wurden Abwasserleitungen viel später als die Wasserleitungen gebaut.

3.) Bei der, von dir gestalteten Inneneinrichtung der Küche, fehlt der Ofen zum Heizen im Winter, besser wäre dann ein Gasofen (Gasheizgerät) neben dem Gasherd zu plazieren mit Ofenrohr in den Schornstein, das Waschbecken kann ja irgendwo anders an der Wand plaziert werden, z.B. an der Tür zur fensterlosen Vorratskammer die dann aber unbeheizt ist.

Beamtenwohnhäuser der Bahn waren meistens in der Nähe von Bahnanlagen gebaut worden, fernab der örtlichen Bebauungsgeiete, eine Versorgung mit kommunalen Versorgungsnetzen, war auf Bahngelände meistens sehr rückständig und viel später ausgeführt worden, als in der restlichen Gemeinde.

Bezogen auf den von mir gemachten Erfahrungen beim Wohnen in einer ländlichen Kleinstadt, hier mal ein paar Eckdaten, was für kommunale Versorgunsleitungen unser Haus zu welcher Zeit erreichten:

- ca. 1890 Telefon, ab 1895 im Selbstwählfernnetz (geteilte Hausanschlüsse gab es auch)
- ca. 1908 Gasleitung zum Kochen und Heizen.
- ca. 1920 elektrisches Licht mit 110 V DC ab 1950er Jahre 220 V AC
- ca. 1958 Abwasserleitungen
- ca. 1987 Wasserleitung (Zwangsanschluß aller Häuser mit mindestens einem Wasserhahn)

Nicht jede Familie kam auch in den Genuß einer Wasserleitung im Haus.
Erst im Jahr 2000 wurde ein Haus abgerissen, wo die drei Einliegerwohnungen sich eine Toilette im Flur, eine mobile Zinkbadewanne und die Pumpe im Hof zur Wasserversorgung teilen mußten. Fiel im Sommer die Pumpe trocken, durften die Leute bis zu 1 km zur letzten noch öffentlichen Ortspumpe neben der Polizeistation laufen und sich dort ihr Trinkwasser abzapfen.

Das elektrische Licht mit 110 V DC reichte von seiner Leistung nur zum Beleuchten von Räumen aus, waren Häuser mehr wie 1,5 Km vom Kraftwerk entfernt gab es kein elektrisches Licht mehr. Radiogeräte wurden mit Batterien betrieben, die vom Kraftwerk gegen Entgelt aufgeladen wurden.

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Schönen Gruß,
Ingo
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Re: sächsisches Beamtenwohnhaus III Klasse

Beitragvon 99 600 » Sa 13. Feb 2016, 17:57

Moin Ingo,

vielen Dank für deine ausgiebigen Erleuterungen dazu. Es ist schon interessant, wie es früher da so zugegangen ist.

Natürlich kann man das so machen, wie du es beschrieben hast. Jedoch ist es ja immer noch ein Kundenauftrag, der unter bestimmten Voraussetzungen montiert wurde. Unter anderem sind die Möbel eine Vorgabe gewesen, weswegen ich natürlich ein paar Dinge nicht so umsetzten konnte, wie ich es gerne auch persönlich gemacht hätte. Der Zweite Grund ist natürlich auch ein Kostenpunkt. Wie du selber vielleicht weißt, sind bei einer solchen Sache auch gleich mal ein paar Stunden mehr auf dem Konto drauf. Unter Berücksichtigung der Gesamtkosten und der vertretbaren Einrichtung, die später sowieso kaum sichtbar sein wird, ist das doch ein wirklich guter Kompromiss oder nicht?
Gruß Daniel


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Re: sächsisches Beamtenwohnhaus III Klasse

Beitragvon tokaalex » Mo 15. Feb 2016, 08:11

Haste wieder fein hinbekommen, und das Zeugs innen sieht später eh niemand mehr! :bigOK:
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