Problem mit Roco BR 01 (62154)

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Problem mit Roco BR 01 (62154)

Beitragvon NobbyNico » So 8. Mär 2015, 10:43

Hallo,

ich bin gestern zufällig auf o.g. gestoßen.
Drogerie Müller verramscht das gute Stück für 170€ (UVP 314€). Nach kurzer Recherche über das Smartphone war klar, dass es sich um ein Auslaufmodell handelt und so der günstige Preis zustande kommt.
Also die Lok eingepackt, noch fix zum Eisenbahnladen einen Decoder gekauft und dann voller Vorfreude die Lok digitalisiert.
Und dann kam das böse Erwachen.
Bei der ersten Testfahrt mit kompletter Lok gab es in den Kurven (R4) ein schrecklich quietschend/kratzendes Geräusch.
Der erste Verdacht: Motor sitzt nicht richtig und das Ritzel dreht durch, hat sich nicht bestätigt.

Nach mehreren Testfahrten konnte ich die beiden seitlichen, flexiblen Blenden am Tender (für was auch immer die gut sein sollen) als Ursache ausmachen. Diese schleifen am Kardanantrieb in den Kurven.
Total genervt und verärgert habe ich den Decoder wieder ausgebaut und die Lok eingepackt. Geht morgen wieder zurück. :a046:
Bei einer Preisklasse von ca. 300€ sollte sowas nicht vorkommen.

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit Roco-Dampfloks gemacht?

Gruß
Nico
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Re: Problem mit Roco BR 01 (62154)

Beitragvon Atlanta » So 8. Mär 2015, 14:51

Hallo Nico,

du hattest ja an anderer Stelle schon mal bemerkt, daß die Radin verschiedene Gleisherstller erheblich voneinander abweichen, deswegen wird Schleifen irgendwelcher Blenden am Kardanantrieb auch das Problem bei eben dieser Tatsache liegen.

Was deine Erwartungen für ein gut funktionierendes Modell der 300 € Preisklasse auch nachvollziehbar schmälert, bevor du aber am Montag eine Entäuschung bei deinem Händler erlebst, wo du die Lok gekauft hast, es war ein Sonderangebot mit erheblichem Preisnachlaß, da wird ein Umtausch bzw. Rücknahme nicht möglich sein, zumal du die Lok ja geöffnet hatest um eine bauliche Veränderung des Auslieferungszustandes vorzunehmen, der Händler braucht jedenfalls nicht, das Modell zurückzunehmen und dir den Kaufpreis erstatten. Sonderpreisartikel sind nämlich in den meisten fällen vom Umtausch oder Rücknahme ausgeschossen und es gilt meistens die Tatsache "Gekauft, wie Gesehen", sprich "Kauf ohne Gewähr" zu deinem eigenen Risiko.
Wenn es ein guter, seriöser Handler ist, wird er dir, nach der Schilderung des Mangels, verschiedene Lösungswege anbieten, z.B. einschicken zur Reperatur, drei mögliche Nachbesserungen mußt du ihm ja einräumen, bevor erst ein Anspruch auf ein Rücktrittsrecht besteht, dieses ist aber in den meisten Fälen bei Waren mit Preisnachlaß, ausgeklammert.

Es könnte durchaus sein, daß du jetzt ein furchtbar "teures" Lehrgeld bezahlt hast.

Der Roco R 3 hat einen Radius von 419,6 mm.

Für deine Lok ist Herstellerseitig genau dieser Radius als Mindestradius angegeben, allerdings beziehen sich die Herstellerangaben auf den Mindestradius auf das Triebwerk der Lok und nicht auf den Tender.

Eine Ähnliche Erfahrung, durfte ich mit meinen US Lokomotiven sammeln, Angaben zum Mindestradius beziehen sich nur auf die Loks (ohne Tender), es kann durchaus paßieren, daß der Tender, auf grund des darin verbauten Antriebs, einen größeren Mindestradius beansprucht, diesen mußt du aber selber ermitten.

Letztlich bleiben dir nur zwei Möglichkeiten:

1. Tenderantrieb umbauen und Kurvenläufig machen
2. größeren Geisradius wählen

Gleisradien Rocoline - Piko - Tillig Standard:
Roco R 1 = nicht vorhanden - Piko R 1 = 360 mm - Tillig R 1 = 380 mm
Roco R 2 = 358 mm - Piko R 2 = 421,8 mm - Tillig R 2 = 425 mm
Roco R 3 = 419,6 mm - Piko R 3 = 483,7 mm - Tillig R 3 = 490 mm
Roco R 4 = 481,2 mm - Piko R 4 = 545,8 mm - Tillig R 4 = 545 mm
Roco R 5 = 542,8 mm - Piko R 5 = nicht vorhanden - Tillig R 5 = 600 mm
Roco R 6 = 604,4 mm
Roco R 9 = 826,4 mm - Piko R 9 = 907,9 mm
Roco R 10 = 888 mm
Roco R 20 = 1962 mm

Meine eigenen Erfahrungen für einen recht störungsfreien Betrieb sind die, daß größere Radien ab 600 mm unverzichtbar sind.

Bei einem, leider vorrübergehend eingestellem Projekt, lag der bisherige Mindestradius beim Roco R 9 = 826,4 mm.
Schönen Gruß,
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Re: Problem mit Roco BR 01 (62154)

Beitragvon Atlanta » So 8. Mär 2015, 18:34

Hallo Kolllegen,

bei US Herstellern welche Loks in vergleichbarer Ausführung anbieten wird von Mindestradien in Zoll (Inch/es) gesprochen, wobei der engste Radius meistens mit 20" Zoll = 508 mm, 24" Zoll = 609,6 mm oder 36" Zoll = 914,4 mm angegeben ist, nur wenige Modelle aus den USA können auch den 18" Zoll = 457,2 mm Radius befahren.

1 Zoll (Inch) = 25,4 mm

Bei meiner Bachmann Soundlok mit der Achsfolge 2-6-0 Mogul (1-C-0) liegt der vom Hersteller angegebene Mindestradius bei 20" Zoll = 508 mm. Diese Lok ist um einiges kleiner und kürzer als eine BR 01 von Roco und ist auch eine Lok der 300 € Klasse.
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Problem mit Roco BR 01 (62154)

Beitragvon NobbyNico » So 8. Mär 2015, 21:09

Hallo,

interessant was einige hier als "enge Radien" ansehen. Scheint ja eine ähnliche Glaubensfrage wie Gleichstrom oder Wechselstrom zu sein. :mx59: :hppy2:
Ich wüsste nicht mal wo ich Radien >500mm unterbringen sollte bzw. kann es mir im Moment nicht vorstellen.

Atlanta hat geschrieben:1. Tenderantrieb umbauen und Kurvenläufig machen

Carl Martin hat geschrieben:Evtl. lassen sich ja auch aus dem beschriebenen Modell die hier schleifenden Teile entfernen.


Darauf wird es wohl hinaus laufen, da mir die Lok schon sehr gut gefällt. Und für den Preis werde ich so schnell keine neue 01er bekommen.
Beide Blenden werden durch dünne Federn nach innen auf den Kardan gedrückt. Werde wohl die Federn entfernen.

Carl Martin hat geschrieben:Btw.: die neue 03.10 (DB, Neubaukessel) soll, so habe ich gelesen, keinen Tender-Lok-Kardan mehr haben ... (auch in der Roco-Ankündigung hat das Modell der DB 03.10 NBK nur 2 angetriebene Achsen)

Kann ich bestätigen. Das Modell wurde in der neusten MIBA getestet.
Innenleben im Tender sieht identisch zu meiner 01er aus, nur der Kardan zur Lok fehlt. Da wurde wohl Fehlerpotential entfern. :hppy2:

Gruß
Nico
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Re: Problem mit Roco BR 01 (62154)

Beitragvon Atlanta » So 8. Mär 2015, 22:11

Hallo Nico,

laß' dich nicht entmutigen, die Sache mit den Gleisradien ist gerade bei der Modellbahn in der recht sperrigen Baugröße H0 oder größer immer eine Gratwanderung. Es ist immer eine abwägung was will man darstellen und was kann man darstellen, damit der Gesamteindruck nicht darunter leidet.

Die Modelbahnhersteller sind da keine große Hilfe, bei denen überwiegt noch die Meinung der 1950er Jahre, daß man bei einer "Spielbahn" auf der Fläche von 2 m x 1 m möglichst alles darstellen kann, demensprechend wurden deren Gleisgeometrien und Sortimente entwickelt, wenn maßstäbliche Waggongs nicht passen, wird der Maßstab abgeändert und die Waggons verkleinert, damit das Zubehör auch so einigermaßen paßt wurde auch da munter rumgetrickst.

Bei dieser Auffassung sind viele Modellbahnhersteller immer noch geblieben, allerdings bieten sie auch Modelle an, die allerdings mit dem Gleismaterial der Anfangspackungen nich mehr auskommen, meistens auch nicht mehr mit dem heimischen Platz, Alternativlösungen mußten von den Modellbahnern etntwickelt werden. Größe Anagen war die eine Antwort darauf, freies Bauen eine weitere aber auch der Zusammenschluß mehrerer Modellbahner zu Eisenbahnvereinen oder Modulbauvereinen oder Klubs.

Klub- oder Vereinsanlagen haben meistens ein bestimmtes Thema, es gibt aber auch Modulgruppen, -klubs und -vereine, welche am Spaß an der Freude sich bei Treffen zusammenfinden, jeder sein Modul oder Segment mitbringt und in einer angemieteten Halle so eine individuell gestaltete große Modelbahnanage entsteht, wie man sie oft auch bei Modellbaubörsen oder Ausstellungen bewundern kann.

Wenn der heimische Platz nicht ausreicht, könnte man an eine der Alternativlösungen denken und diese favourisieren. Es muß ja nict gleich ein Klub oder Verein sein, sondern man kann auch selber oder mit Freunden sein eigenes Konzept oder Projekt voranreiben.

Wenn es aber die heimische Anlage sein soll muß man dann sehen, wenn die Lok nicht ganz so kurvenläufig ist, wie man sie sich umbauen kann, damit sie noch eingesetzt werden kann.

Es gibt viele schöne, große Dampflokomotiven, die mir auch gefielen, die sprengen aber sehr oft den Rahmen des Möglichen. Sie passen entweder nicht auf die zu kleinen Drehscheiben oder sind zu lang, um durch die zu engen Gleisradien hindurchzupassen. Letztlich wird es dann eine Entscheidung geben müssen, daß man eben keine größeren Dampfloks einsetzen kann.

Der Big-Boy eine Doppeltriebwerkslok aus den USA mit der Achsfolge 4-8-8-4 (2-D-D-2) oder die Triplex, eine Dreifachtriebwerkslok mit der Achsfolge 2-8-8-8-2 bzw. 2-8-8-8-4 (1-D-D-D-1) bzw. (1-D-D-D-2) wären beides schöne Maschinen, beide sind im Modell etwa 48 cm lang und passen schonmal auf fast garkeine Drehscheibe, sie können eigentlich nur im Gleisdreieck oder in einer Kehrschleife gewende werden. Deren Kurvenmindestradius ist mit 24" Zoll = 609,6 mm angegeben, besser wären Mindestradien um die 30" Zoll = 762 mm.
Du siehst schon, worauf ich hinaus will, auch die Dimensionen sprengen den Rahmen des Machbaren, verzichte ieber auf zu große Loks und konzentriere dich auf kleinere Modelle die eher zu deinen Mögichkeiten zu Hause passen.

Wenn man beengte Platzverhätnisse hat, wäre die Alternative eine schmälere Spur, wie es unsere Schmalspurbahner vormachen, man kann sogar in der Baugröße H0 bleiben.

Gängige Schmalspuren sind:
H0m = 12 mm
H0n3 = 10,5 mm (USA, schweizer Zahnradbahn)
H0n30/H0e = 9 mm
H0n2/H0f = 6,5 mm

Die Schmalspurbahner verwenden aber auch selber recht großzügige Gleisradien, z.B. 700 mm und dennoch kann man mit einer Schmalspuranlage viel Spaß haben, je nach gewähltem Vorbild oder nach eigenem "Friemel".
Schönen Gruß,
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Re: Problem mit Roco BR 01 (62154)

Beitragvon NobbyNico » Mo 9. Mär 2015, 14:26

Hallo,

anscheinend habe ich eine etwas andere Einstellung zu Herstellervorgaben als einige Modellbahner, vermutlich beruflich bedingt.

Wenn ich mich innerhalb der Mindestvorgaben des Herstellers bewege dann gehe ich auch davon aus, dass alles problemlos Funktioniert.
Dafür sind solche Vorgaben schließlich da, um Unerfahrenen die Möglichkeiten bzw. Einschränkungen aufzuzeigen.
In meinem Fall liege ich mit (Roco R4) sogar über den Vorgaben (Roco R3).

Das ist für mich ungefähr so, wie wenn Prosche vorschreibt mit seinen Autos nur noch max. 80 Km/h fahren zu dürfen. Oder Mountainbikes dürfen nur auf der Straße gefahren werden.
Finde es erschreckend, dass im Bereich Modellbahn solche Abweichungen offenbar als "normal" akzeptiert werden.
In meinem Job (Fensterbranche) würden die Kunden massiv auf die Barrikaden gehen.

Wir können die Diskussion an dieser Stelle aber auch wieder beenden. Ich habe mich mit der Lok und den Abhängigkeiten arrangiert.
Wenn ich die beiden Blenden nach dem Aufgleisen mit einer Pinzette zur Seite drücke quietscht bisher nichts. Plan B wäre noch immer Entfernen der Federn/Blenden.

Für die derzeit in Planung befindliche größere Anlage werde ich den Fokus auf größtmögliche Radien legen. :Idee:

Gruß
Nico
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