Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

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Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

Beitragvon DeGe » Sa 23. Mai 2015, 11:22

Hallo zusammen,

nach der Neulackierung eines weiteren Teils meines Fahrzeugparks stehe ich vor der Entscheidung in welcher Form die Beschriftung ausgeführt werden soll.

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Der Markt bietet Nassschieber und Aufreibesymbole, verlangt dafür aber auch unterschiedliche Vorlagen.

Während ich einen Hersteller ausfindig gemacht habe, der auf Basis einer *.pdf Datei mir Aufreibedecals anbietet, deren Schriftgröße ab 2pt anfängt, erklärt mir ein Nassschiebehersteller, dass *.pdf Dateien völlig ungeeignet seinen und zu grob rüberkommen, hier wäre eine Vorlagenneuerstellung in einem Zeichenprogramm notwendig. Zeichenprogramme besitze ich nicht und kann daher lediglich die Konvertierung von Word ins pdf Format vornehmen.

2pt sind in einem Word Dokument kaum noch zu erkennen und auf einem 1:1 Ausdruck auch nur noch mit einer entsprechenden Lupe zu lesen wenn der Drucker > 2.000 dpi kann.

Daher hier meine Frage ans Forum:

Wer hat sich schon einmal eine Beschriftung anfertigen lassen (Nass oder Aufreibe), wie waren hier die Erfahrungen und welche Vorlagen wurden benötigt.

Last but not Least, kann jemand einen marktüblichen Preis für eine DIN A 4 Seite nennen?
Für die Aufreibesymbole liegt mir ein Angebot über 70 € vor, die Nassschieber gleicher Art sollen 100 € kosten.

viele Grüße vom Niederrhein

Detlev
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Re: Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

Beitragvon Atlanta » Sa 23. Mai 2015, 15:30

Hallo Detlev,

bevor du dich in zu hohe Satzkosten mit Selbstanfertigungen stürzt, dehne deine suche nach Decals = Wet Transfers (Naßschiebebilder) oder Dry Transfers (Aufreibe- oder Trockenschiebebider) auf das europäische Ausland und die USA aus.

Decals und Aufreibebilder kann dir in Deutschland nahezu jede Druckerei anfertigen, die Satzkosten liegen pro Farbe und Seite zwischen 50 € und 150 €.
Sollen Farben nicht transparent sondern Deckend sein, muß im Zweifarbsiebdrucksystem pro Farbe gearbeitet werden, da für deckende Farben eine weiße Deckschicht als Basis verwendet wird auf der erst die entsprechende Farbe gedruckt wird.

CAD Dateien werden von den Druckereien bevorzugt gern gesehen, hier kann von dir eine Größe des Transfers in Pixel (Dots/Punkte pro Quadratzoll = Spuare Inches) bestimmt werden.
Du kannst bei Zeichenprogrammen zunächst in metrischen Längen arbeiten und die Dateien erstellen und dann pro Schiebebild das Ergebnis in Pixel konvertieren (umrechnen) lassen.

Wenn du kein Zeichenprogramm hast, von Corel-draw gibt es auch ältere oder Testversionen die du dir kostenlos auf den Rechner laden kannst.
Im Internet gibt es aber auch kostenlose Zeichenprogramme, meines Erachtens sogar über "Open Office".

Gute Druckereien geben dir die Mögichkeit alle gängigen Datenformate anzunehmen, die Satzkosten werden pro Druckauftrag nur einmal fällig je Farbe.

Auf der Fläche von DIN A4 kannst du aber Beschriftungen von etlichen zig Waggons unterbringen.

bietet dir verschiedene Arten von Dry Transfers = Aufreibebilder an, es gibt unterschiediche Schriftarten, Zahlen, Farben, Zierlinien oder Werbelogos der unterschiedlichen Werbedekaden.
Beschaffen kannst du diese z.B. .

Von Kadee gibt es Trägerfolien zum Selberbedrucken mit einem Laserdrucker.
Wenn du mit einem Tintenstrahldrucker arbeitest, achte darauf, daß es sich um Wsserfeste Tinte handelt, sonst verschwimmen die selbstgedrucken Decals beim Einlegen ins Wasserbad.

Decalbögen zum Selberbedrucken sind von unterschiedlichen Herstellern verfügbar, Farben benötigen eine Trägerschicht aus weißer Farbe, sonst erscheinen die Farben transparent und kommen nur auf einem weißen Untergrund richtig zur Geltung.

Wenn dir ein Farblaserdrucker nicht zur Verfügung steht, kannst du schon mal alles zum Ausdruck vorbereiten uns auf einen USB Stick abspeichern und in einem Copy-Shop dann ausdrucken lassen, das ist dann oft günstiger als bei fremdvergebenen Aufträgen.

Ich selber tendiere aber zur professionellen Anfertigung von Dry Transfers (Aufreibebilder) oder Wet Transfers (Naßschiebebilder), bevor ich aber wegen der recht hohen Satzkosten bei gelber Farbe (Weiß und Gelb) muß ich erst einmal eine Transfer Seite richtig vollbekommen (US Format 28 cm x 21,5 cm = etwas kleiner als DIN A4).

:conduCtor:
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

Beitragvon Schachtelbahner » So 24. Mai 2015, 21:23

Andres Nothaft ist die Adresse für Nassschieber und kann alles anfertigen. Zu welchem Preis muss man fragen.
http://www.modellbahndecals.de/
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Re: Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

Beitragvon DeGe » Do 28. Mai 2015, 21:43

Hallo Kurt,

Nassschiebedecals sind bestellt. Vielen Dank für den Tip. :bigOK: Ging wirklich unkompliziert über die Bühne.

So, jetzt warten wir mal ab wie alles wird und dann gibt es wieder Photos.

viele Grüße vom Niederrhein

Detlev
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Re: Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

Beitragvon Schachtelbahner » So 31. Mai 2015, 23:17

Ich habe Decal die Tage selber gedruckt. Ein stink normaler Tintenspucker. Die Druckeinstellung auf besten Druck eingestellt und los. Mit der Qualität des Drucks bin ich zufrieden. Den ganzen Druck muss man gut trocknen lassen, danach mit Klarlack einpinseln und nach dem trocknen (24 Std.) normal weiter verarbeiten. Funktioniert Problemlos, man muss sich nur trauen.

Siebdruck ist es nicht aber wenn ich mir 2 - 3 Dinge drucken will werde ich das in Zukunft wieder so machen. Ich glaube nicht dass einer den Druckunterschied der kleinen Objekte erkennen kann.
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Re: Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

Beitragvon Atlanta » Mo 1. Jun 2015, 00:20

Hallo Kurt,

hattest du nicht den Effekt, daß die Tinte beim Einlegen ins Wasserbad verläuft?
Sehe ich das richtig, daß der Klarlack verhindert, daß die Tinte verläuft?
Du pinselst also die Decals mi Klarlack ein bevor du sie ins Wasser einlegst um sie dann an die Waggons anzubringen?
Schönen Gruß,
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Re: Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

Beitragvon Schachtelbahner » Mo 1. Jun 2015, 11:04

Hi Ingo,

Ja das ist richtig verstanden. Der Klarlack fixiert die Farbe auf dem Decal und ist dann Wasserfest. Ich habe Acryl Hochglanz von Marabu verwendet, man kann auch Matt nehmen. Ob man jetzt Acryl oder Kunstharz oder Nitro nimmt ist egal, kann man nehmen was schon vorhanden ist und das muss ich mal loswerden, der Hersteller ist wurscht.
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Re: Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

Beitragvon DeGe » Mi 3. Jun 2015, 18:38

Hallo Kurt,

verliert das Decal durch den Klarlack nicht ein bisschen die Flexibilität?. Die Decalfolie ist ja relativ dünn, wenn aber Klarlack draufkommt, müßte es doch etwas "steifer" werden?

viele Grüße

Detlev
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Re: Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

Beitragvon Schachtelbahner » Mi 3. Jun 2015, 21:52

Hallo Jungs,

die Frage nach der Flexibilität durch den Klarlack kann sich beim selber drucken nicht stellen. Ohne Lack ist die Farbe nicht Wasserfest.

Man muss ja nicht das Schiebebild mit Lack versenken. Ich habe mit dem Pinsel gestrichen, das Bild hatte auch eine Größe von 13 x 23 cm. Bei einem Druck für Modelle hätte ich Fixativ Spray genommen mit einem Hauch von Lackfilm.
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Re: Decals oder Aufreibebuchstaben - Qual der Wahl

Beitragvon DeGe » So 5. Jul 2015, 17:08

So,

die Decals sind vor einiger Zeit angekommen.

Von den Kosten her lag es im Bereich den Ingo schon vorausgesagt hatte (42 €/DIN A 4 Seite nur weiss).
Versand im Pappumschlag mit entsprechender Beschriftung "Nicht knicken ... Kunstdruck" soweit ok.

Das Erkennen der weissen Decals und korrekte Zuschneiden ist schon ein Fall für die Lupe bzw. Superleuchte, da muss man auf jeden Fall absolute Ruhe und ein ruhiges Händchen haben, danach ist der Rest ein Kinderspiel.

So, jetzt mal einige Bilder der Decals vs. gleiche Vorlage, gedruckt auf einem HP DJ 5600 mit billigem 80 gr. Papier aus dem Bauhaus

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Da möge sich jeder seine Meinung zu bilden ...

Ich werde auf jeden Fall noch einen weiteren Versuch unternehmen; ACT Decal Film weiss für Laser Drucker.
Die Laserdrucker in der Firma bekommen mehr dpi auf den Schirm als mein popeliger HP Tintensprenkler. Mal sehen wie es dann wird.

bis dahin

viele Grüße vom momentan stürmischen Niederrhein

Detlev
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