kleine Schubkarre

Moderator: Atlanta

Re: kleine Schubkarre

Beitragvon Atlanta » Mi 8. Okt 2014, 07:30

Moin Martin und Daniel und Kollegen,

die von Daniel in der Schubkarre liegende Schaufel ist eine "norddeutsche" oder "holsteiner" Sandschaufel, in Süddeutschland sind andere Schaufeltypen im Gebrauch welche ein mehr "herzförmiges" Schaufelblatt haben und eine etwas stärkere Wölbung. Bei die Schubkarre wirkt die Gummibereifung "deplaziert" besser wäre es ein eisernes Speichenrad oder sogar ein hölzernes Rad mit eiserner Bereifung zu verwenden, so wie es bei dieser "historisch" anmutenden Schubkarre den Eindruck erweckt, wenn man sich die Absetzstützen der Karrenmulde anschaut welche aus verschweisten T-Stahlleisten bestehen.
gummibereifte modernere Schubkarren verfügen sehr oft über spziel geformte Rohrabsetzstützen, welche mit der Karrenmule entweder verschraubt oder aber vernietet sind.

Ich würde mal schätzen die Schubkarre stammte aus den end 1940'er Jahren und wurde wohl vom Besitzer über mehere Jahre stetig ausgebessert und gut gepflegt, denn Landwirte sind bekanntlich ziemlich "knauserig" wenn es sich um Neuanschaffungen von Beriebsmitteln handelt.

Daniel, da du aber die DDR-Zeit nachbildest, so ist eine mehrfach "geflickte" und stets ausgebesserte und teilweise modernisierte Schubkarre durchaus kein Widerspruch zu den Gepflogenheiten im Westen der Republik, jenseits des Grenzzaunes, wo Schubkarren auf Baustellen oder in landwirtschaftlichen Betrieben häufiger mal durch neuere Modelle ersezt wurden.

In meiner Kindheit gab's da in Oberhessen mal einen bauern der sagte dann immer: "Mal sehn ob du gut gefrühstückt hast, nimm mal die alte Schubkarre links, wir wollen Getreide zur Sähmaschine fahren. Das Rad eiert etwas und hat nen Plattfuß, vergiß nicht 'nen Papiersack unterzulegen bevor du das Getreide in die Karre schaufelst, sonst verlierst du es bis zum Geräteschuppen." Diese Schubkarre hatte ziemlich viele Rostlöcher in der Mulde. Der Bauer selber nahn natürlich die neue Schubkarre, welche 50 DM bei Raiffeisen gekostet hatte und was ihn finanziell stark belasten würde, ständig jammerte er, wie teuer neue Sachen seien. Wie ich später rausbekam, er kaufte die Schubkarre aus "zweiter Hand" zum Sonderpreis, als mal wieder ein örtliches Raiffeisenlager in einem Nachbarort "dichtgemacht" wurde.
Schönen Gruß,
Ingo
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